Drogen

Keine Macht den D r o g e n!!!

Liebe Kinder, Jugendliche, Eltern und Betroffene,

ich habe hier versucht die Drogenproblematik für die Betroffenen und vor allen Dingen für die Personen im Umfeld der Betroffenen zusammenzufassen. Die Informationen sollen einen Einblick aus der Sicht  Aller, die damit konfrontiert werden, sein. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte jemand Fragen haben oder auch konstruktive Kritik üben wollen, so bitte ich darum direkt angesprochen zu werden.

Berthold Oepen
02103 – 491122 – bert.oepen@gmail.com

Was genau sind Drogen?

Drogen sind Substanzen, die auf das zentrale Nervensystem einwirken, und so in die natürlichen körperlichen Vorgänge eingreifen. Dabei können sie die Wahrnehmung von Sinneseindrücken, Gefühlen und Stimmungen beeinflussen.

Drogen haben eine Wahrnehmungs- und Bewusstseinsverändernde Wirkung.
Das Wort ‚Drogen‘ stammt von dem niederländischen Begriff ‚drog‘ und bedeutet ‚trocken‘. Ursprünglich meinte man mit ‚Drogen‘ getrocknete Pflanzen oder Kräuter, die als Gewürz, Parfüm oder Medizin genutzt wurden. In diesem Sinne versteht sich auch die heute noch übliche Bezeichnung der guten alten ‚Drogerie‘. Und im Englischen Sprachgebrauch steht ‚drug‘ nicht nur für Rauschgift, sondern für Arzneimittel allgemein.

Daher kann jedes Arzneimittel eine Droge sein, und fast jede Droge ein Medikament – je nach Rezept, also Zubereitung, Einnahmeart, Dosierung, Anwendungsdauer und Zweck. Jede nicht medizinisch notwendige Einnahme von Arzneimitteln, wie zum Beispiel von Schmerz-, Schlaf- oder Betäubungsmitteln, ist dann ein Drogenmissbrauch.

Unter Drogen verstehen wir alle Mittel, die anregen oder beruhigen. Stoffe, die den Menschen zunächst in angenehme – aber auch unangenehme – Stimmungen versetzen, und ihn körperlich und/oder seelisch abhängig machen können. Das gilt sowohl für legale Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente als auch für illegale Drogen wie Haschisch, Ecstasy, Kokain, Heroin etc., deren Besitz, Handel, Anbau und Einfuhr unter Strafe stehen.

Das Drogenlexikon beschreibt Drogen als Stoffe, die unser Bewusstsein verändern. Wegen dieser direkten, bewusstseinsverändernden Wirkung auf unser zentrales Nervensystem, nennt man sie auch psychoaktiv oder psychotrop. Daher werden sie auch Betäubungsmittel genannt, als Sammelbegriff für die unter das Betäubungsmittelgesetz fallenden Stoffe mit psychotropen, bewusstseins- und stimmungsverändernden Wirkungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert jede Substanz als Droge, „die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag“. Mit diesem erweiterten Drogenbegriff bezieht die WHO neben Cannabis, Kokain, Opiaten, Halluzinogenen, Tabak, Schmerzmitteln, Stimulantien, Schlaf- und Beruhigungsmitteln auch Alltagsdrogen wie zum Beispiel Alkohol, Kaffee und Tee mit ein.

Als so genannte psychotrope Substanzen können Drogen eine Abhängigkeit hervorrufen, die psychisch (seelisch) oder physisch (körperlich) sein kann. Von Abhängigkeit spricht man, wenn ohne diese Droge sozusagen nichts mehr „läuft“, man also zum Beispiel nur noch mit einem bestimmten Promillespiegel an Alkohol arbeiten oder entspannen und abschalten kann.

Die Übergänge vom Missbrauch zur Abhängigkeit sind oft fließend und daher besonders tückisch. Ständiger Missbrauch oder regelmäßiger, andauernder Drogenkonsum führt meistens direkt in eine Abhängigkeit. Häufig, ohne dass dieses demjenigen so richtig bewusst ist. Jeder kennt die üblichen Ausflüchte im Freundes- und Bekanntenkreis wie zum Beispiel: „Ich habe das voll im Griff“, „Nächste Woche höre ich auf zu Rauchen, Trinken, Kiffen und so weiter“ oder „Ich brauche das Zeug eigentlich gar nicht, kann jederzeit aufhören, wenn ich will“ – meistens leider nur eine Wunschvorstellung und Selbsttäuschung. Denn, wer gibt schon zu, dass er selbst eben nicht mehr alles im Griff hat, sondern die Droge ihn im Griff hat?

Warum nehmen Jugendliche Drogen?

Eine allgemeingültige Ursachenangabe warum ein Mensch nun Drogen nimmt, ist fast gar nicht möglich. Es gibt nur den Einzelfall. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum anzunehmen, dass nur labile, frustrierte und isolierte und besonders problembeladene Jugendliche, die aus kaputten Elternhäusern kommen, Drogen nehmen.

Wenn man die Lebensläufe von Drogenabhängigen untersucht, dann gibt es ebenso Jugendliche, die aus so genannten intakten Familien kommen, in ihrer Klasse beliebt sind und im Freundeskreis den Ton angeben. Problematisch für den Umgang mit Suchtmitteln ist es auf jeden Fall, wenn ein Jugendlicher nicht gelernt hat, mit Konflikten umzugehen oder Enttäuschungen zu ertragen, wenn er Angst hat zu versagen, nicht akzeptiert zu werden, wenn er kein Selbstwertgefühl hat und von Gefühlen wie Langeweile, Wut, Angst und Einsamkeit erdrückt wird.

Theo Baumgärtner fand durch eine Befragung von Hamburger Schülern und Lehrern 2004 heraus, dass besonders bei illegalen Drogen Konsummotive wie ‚Neugier‘, ‚Neues und Aufregendes erleben‘ am häufigsten als Gründe für den Gebrauch von Drogen genannt wurden. Für jeden 5. Schüler übt vor allem ‚das Verbotene‘ den größten Anreiz zum Konsum aus. Und etwa ein Drittel der befragten Schüler gab wiederum das ‚Zugehörigkeitsgefühl‘ und die ‚Geselligkeit‘ beim gemeinsamen Konsum in der Gruppe von Gleichgesinnten als Motiv an.

Was sind legale und illegale Drogen?

Bei Drogen werden die meisten von euch hauptsächlich an die illegalen, per Betäubungsmittelgesetz verbotenen, oder die so genannten „harten“ Drogen, wie Heroin, Kokain, LSD, Ecstasy oder Cannabis denken. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, denn der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak und Medikamenten ist allgemein üblich, weit verbreitet und wird von der Gesellschaft überwiegend akzeptiert.

Jeder von euch kann den mehr oder weniger selbstverständlichen Umgang mit Zigaretten, Alkohol und Schmerz- oder Beruhigungsmitteln im Familien-, Freundes-, Kollegen-, Mitschüler-, Kommilitonen- oder Bekanntenkreis beobachten. Deshalb heißen sie auch Alltagsdrogen.

Ein ganz normaler Tag im Leben eines ganz normalen Menschen:
Morgens erst mal einen Kaffee und eine Zigarette zum Aufwachen, dasselbe Ritual dann während der Arbeit, in der Uni, der Schule – wo auch immer. Nach dem Essen noch einen Kaffee, plus Zigarette zur Verdauung. Vielleicht noch ein Schnäpschen, das Essen war ja so fettig. Vor der schwierigen Prüfung eine Beruhigungstablette, eine Tablette gegen die fiesen Kopfschmerzen von der Arbeit am Computer oder gegen die Magenbeschwerden von dem vielen Kaffee, dem miesen Essen sowie dem ständigen Stress und Ärger. Abends dann ein, zwei, drei oder mehr Feierabendbierchen oder -weinchen zur Entspannung, zum Abschalten, zum Vergessen. Zum Einschlafen noch eine Schlaftablette, denn morgen ist wieder ein langer Tag …

Heute ist es für viele Menschen – und auch für viele Kinder oder Jugendliche – schon fast selbstverständlich geworden, mit Hilfe von bestimmten Mitteln ihre Befindlichkeit zu verändern. Jeder von uns kennt zig Beispiele, um nur beim Alkohol zu bleiben:

Die Geburtstagsfeier, der Einstand oder Abschied eines Arbeits-, Berufsschul- oder Studienkollegen, der erfolgreiche Abschluss einer Aktion (zum Beispiel ein gewonnenes Fußballspiel), Verhandlung oder Tätigkeit (zum Beispiel die bestandene Abschlussprüfung) sowie der gesellige Abend mit Freunden in der Kneipe, Disco, im Biergarten, zu Hause …, werden meistens mit Alkohol besiegelt. Wehe demjenigen, der nicht mittrinkt. Der muss sich als Spiel- und Spaßverderber oder als „Weichei“ abstempeln lassen. So will es der Gruppenzwang, denn der Mensch ist ein Sozialwesen. Sicher kennt ihr auch den Spruch: „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren…“

Natürlich fällt es vielen Menschen schwer, die als Genuss-Mittel verharmlosten Alltagsdrogen als gefährliche Drogen anzusehen, doch der Alkoholmissbrauch fordert die meisten Todesopfer. Und auch das Rauchen gilt weltweit als Krankheits- und Todesursache Nummer eins.

Außerdem kann ein wiederholter, andauernder Missbrauch von legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamenten den Einstieg in den Konsum illegaler Drogen fördern oder begünstigen, wie man in Studien zum Zusammenhang von legalen und illegalen Drogen feststellen konnte.

Was ist Sucht? Wie wird man abhängig?

Sucht ist eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen wie zum Beispiel von Alkohol oder Cannabis. Aber auch von speziellen Verhaltensweisen wie zum Beispiel Mager-, Spiel-, Kauf- oder Computersucht, als stoffungebundene Abhängigkeit. Man unterscheidet bei der Sucht zwischen seelischer (psychischer) und körperlicher (physischer) Abhängigkeit.

Dabei gibt es viele einzelne Schritte und gefährliche Übergänge: Wann hört der normale Gebrauch eines Mittels auf? Wo fängt der Missbrauch an? Ab wann wird ein Mittel gewohnheitsmäßig konsumiert? Wo beginnt die Abhängigkeit, die Sucht?

Unter Gebrauch wird die sinnvolle Verwendung von Suchtmitteln verstanden. Das bezieht sich sowohl auf den gelegentlichen Konsum, als auch auf andere Verwendungsarten (zum Beispiel Alkohol zur Wunddesinfektion) Als Genuss wird definiert, wenn das Mittel zwar nicht benötigt wird, bei Gebrauch aber als angenehm empfunden wird (mal ein Glas Bier, Wein etc.). Der Missbrauch ist gekennzeichnet durch eine schädliche Verwendung quantitativer oder qualitativer Art („sich sinnlos zu betrinken“ oder Alkohol im Straßenverkehr bzw. Trunkenheit am Arbeitsplatz). Als Gewöhnung wird die physische oder psychische Bindung an ein Suchtmittel bezeichnet (jemand „braucht“ sein Bier, um abends abzuschalten).
Aus der Gewöhnung folgt dann meistens ein fließender Übergang in die Abhängigkeit. Der Betroffene bemerkt das selbst oft gar nicht so bewusst. Sehr schnell kann durch „Lernen am Erfolg“ aus einem erstmaligen Gebrauch eine Gewöhnung oder schlimmstenfalls eine Abhängigkeit entstehen.

Dazu ein Beispiel:
Vor einer wichtigen Klassenarbeit ist Katrin unheimlich nervös, obwohl sie eigentlich fleißig gelernt hat. Deshalb gibt ihr die Mutter eine halbe Beruhigungstablette. Die Klassenarbeit gelingt. Nun nimmt sie auch vor der nächsten, übernächsten und den weiteren Arbeiten eine Beruhigungstablette. Denn Katrin hat gelernt: Wenn ich vor einer Klassenarbeit oder Prüfung aufgeregt bin, nehme ich vorher einfach eine Tablette zur Beruhigung. Und das überträgt sie auf jede neue Anforderung. Es geht nicht mehr ohne Tablette. Katrin ist in eine psychische Abhängigkeit geraten.
Der Körper „erinnert“ sich – man spricht daher vom so genannten Suchtgedächtnis – bei allen Suchtmitteln an die eintretende Wirkung. So beispielsweise beim Alkohol an den beruhigenden, entspannenden Effekt als „Belohnung“ oder zum Abschalten nach einem hartem Arbeitstag oder an die enthemmende Wirkung auf einer Party oder in einer Disco, wenn man sich nach ein bis zwei Gläsern Schnaps gar nicht mehr geniert, ein Mädchen (oder einen Jungen) anzusprechen oder allein auf die Tanzfläche zu stürmen und sogar zu der schlechtesten Musik wild zu tanzen.

Das Suchtgedächtnis sorgt dann dafür, dass der Körper dieses Suchtmittel nach anhaltendem Missbrauch später immer wieder (Suchtdruck) in entsprechenden ähnlichen Situationen verlangt – jedenfalls, wenn er nicht gelernt hat, wie er dieselben Effekte ohne ein Suchtmittel erzielen kann. Das wären zum Beispiel Yoga- oder Entspannungsübungen zur Beruhigung.

Die Situationen der Suchtmitteleinnahme werden mit der Zeit immer alltäglicher, die Anlässe immer geringer, bis die Droge gewohnheitsmäßig durchgehend eingenommen wird, da ohne sie später „nichts mehr läuft“ oder man gar nichts mehr „auf die Reihe“ kriegt. Man hat sich dann quasi selbst konditioniert wie ein Pawlowscher Hund, hat dieses eher negative Verhaltensmuster erlernt und leider hat es sich dann bereits verfestigt (manifestiert). Meistens ist es dummerweise nicht so einfach, eine solche Manifestation oder Konditionierung wieder los zu werden.

Das führt in der Regel zu einer oder mehreren der folgenden Ursache-Mittel-Wirkungs-Verknüpfungen, von denen es natürlich noch etliche andere Varianten gibt:

Disco + Schüchternheit = Alkohol Job + Stress = Nikotin/Cannabis Job + Ärger = Alkohol Liebe + Frust = Alkohol/Cannabis Langeweile + Neugier = Cannabis/Ecstasy 
Psychische Abhängigkeit liegt vor, wenn man um JEDEN Preis sein Suchtmittel beschaffen will oder muss. Man engt sein Verhalten durch die Droge selbst ein und verliert immer mehr das Interesse an anderen Menschen.

Bei physischer Abhängigkeit reagiert der Körper auf die ständige Zufuhr des Suchtmittels und stellt den Stoffwechsel entsprechend um. Die Droge wird dann regelrecht in den Stoffwechsel eingebaut. Wird das Suchtmittel nicht mehr zugeführt (entzogen), reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen, die abklingen, wenn das Suchtmittel erneut eingenommen wird. Die Gewöhnung mit Toleranzbildung (Erhöhung der Menge) ist das Alarmzeichen für eine riskante körperliche Abhängigkeit. Vom Körper werden dann immer höhere Dosen „toleriert“ oder besser gesagt ohne Vergiftungserscheinungen vertragen und verlangt, die beim ungewohnten Konsumenten im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Rauschgift-Vergiftung oder sogar zum Tode führen könnten.

Persönlichkeits-Faktoren, die zur Entwicklung eines Suchtverhaltens führen können aber nicht müssen, sind oftmals Passivität, Unselbstständigkeit, mangelndes Selbstvertrauen, fehlende Konfliktbereitschaft und Durchhaltevermögen, zu hohe Leistungsansprüche an sich oder Kontaktschwierigkeiten.

Typische Entzugssymptome bei Abhängigkeit sind innere Unruhe, Schwitzen, Nervosität, Frieren, Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Schmerzen.
 

Was ist eine stoffungebundene Abhängigkeit?

Manche Verhaltensweisen und Handlungen können ebenso süchtig machen wie Drogen. Zu diesen Süchten gehören:

Ess-Brech-Sucht Magersucht Fettsucht Kaufsucht/Konsumzwang Arbeitssucht Spielsucht Fernsehsucht Computersucht Sportsucht E-Mail-, SMS-, Telefonier- oder Chatsucht.

Der Süchtige will das Verhalten oder die Handlung immer wieder ausführen. Dadurch kann er ein Lustgefühl erreichen oder zumindest ein Unlustgefühl vermeiden.

Was ist Co-Abhängigkeit?

Wenn Menschen süchtig werden, sind sie nicht die einzigen Betroffenen der Sucht. Auch Familienmitglieder und enge Freunde werden mit einbezogen oder mit hinein gezogen. Sie bekommen mit, wie die Süchtigen ihre Gesundheit ruinieren und leiden zwangsläufig mit.

Besonders schlimm dabei ist es, dass die Abhängigen oft zu „anderen Menschen werden“, sich negativ verändern, ihre Launen nicht mehr unter Kontrolle haben, sich zu Hause gehen lassen und mit Wutanfällen und Gewaltausbrüchen das Familienleben vergiften. Oft kommen Arbeitslosigkeit und damit verbundene Geldprobleme dazu.

Eltern, Ehepartner, Kinder und Freunde versuchen, den Betroffenen von seiner Sucht abzubringen. Das funktioniert meistens nicht, weil der Süchtige sich nicht durch Bitten und Drohen heilen lässt. Die Angehörigen fühlen sich schuldig, weil sie nichts tun können. Sie werden zu Mitgefangenen der Sucht. Vor allem wenn sie dem Süchtigen sehr nahe stehen, nennt man sie Co-Abhängige. ‚Co‘ kommt aus dem Lateinischen ‚con‘ und heißt ‚mit‘. Deshalb sagt man, dass Sucht eine Familienkrankheit ist.

Ein Süchtiger kann sich nur selbst helfen. Dazu muss er aber überhaupt erst den ganz konkreten „Wunsch“ (eher Drang) entwickeln, die Notwendigkeit für sich erkennen, ohne Drogen leben zu wollen. Ohne dem geht gar nichts. Und nichts und niemand kann einem Abhängigen helfen, wenn dieser Wille fehlt. Auch die Liebe kann da nicht viel ausrichten. Deshalb dürfen sich Angehörige eines Süchtigen – wie Eltern, Kinder, Ehepartner, Kollegen oder Freunde – nicht schuldig fühlen, weil sie nicht helfen können! Sie können nur da sein, wenn der Betroffene sie braucht, zum Beispiel während er eine Therapie macht oder eine erfolgreich abgeschlossen hat. Häufig reicht aber eine Therapie nicht aus. Dessen sollte man sich bewusst sein. Rückfälle sind keine Seltenheit. Und doch schaffen es viele Menschen, wenn sie wirklich wollen.

Hilfe bei Co-Abhängigkeitbei Suchtproblemen in der Familie vertraute Personen wie den Vertrauenslehrer, Schulpsychologen etc. ansprechen oder Beratungsstellen um Hilfe bitten. Denn oft ist es einfacher, sich an Außenstehende als an Verwandte zu wenden. „Hilfe durch Nichthilfe“ heißt nicht, den Suchtkranken im Stich zu lassen. Aber erst wenn der Leidensdruck beim Süchtigen groß genug ist, kann dies dazu führen, dass er selbst etwas ändern will. Denn den Willen zur Abstinenz kann nur der Betroffene selbst aufbringen. Sich im Klaren sein, dass Sucht eine Krankheit ist, durch die der Abhängige oftmals die Kontrolle über sich verliert.

Prävention

Drogen- und Gewaltprävention sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Werden die Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen befriedigt und deren Rechte geachtet, neigen sie nicht so leicht dazu auf Ersatzbefriedigungen zurückzugreifen und ihre aufgestauten Aggressionen zerstörerisch gegen andere oder gegen sich selbst zu richten.

Tatsache ist, dass sich das „natürliche“ Risikoverhalten im Prozess des Erwachsenwerdens bei Jugendlichen schon immer auch im Ausprobieren von Rauschmitteln zeigte. Doch in den letzten Jahren geben die veränderten riskanten Konsumformen und vor allem das immer niedriger werdende Einstiegsalter Anlass zur Sorge. Die Gefahr von Gesundheitsschäden bis hin zu einer Abhängigkeit wird von Kindern und Jugendlichen und zum Teil auch von den Eltern unterschätzt.

Doch nur wer informiert ist, kann auch vorbeugen. Vorbildfunktion haben hier die Erwachsenen. Gefordert ist dabei eine Sachkompetenz rund um das Thema Drogen, um mit den Heranwachsenden in eine wirkliche Diskussion einzusteigen. Deshalb wollen wir Eltern, Pädagogen und allen in der Jugendarbeit Tätigen ausführliche Informationen zur Drogenthematik zur Verfügung stellen sowie mit unseren Hilfe- und Infotipps Anregungen geben, wo und wie sie weiterführende Informationen zur Vertiefung des Themas finden können.

Info- und AufklärungsbroschürenBundeszentrale für

Bestellmöglichkeiten:
Telefax: 0221/8992-257
E-Mail: order@bzga.de
Internet: www.bzga.de

Basisinformation Alkohol
Broschüre mit den wichtigsten Infos zum Alkoholkonsum, -missbrauch und -abhängigkeit sowie Hilfsangebote und Literatur

Das nasse Blatt
Faltinfo und Poster rund um Alkoholkonsum, richtet sich an Jugendliche, mit Wissenstest, Anti-Katertipps, alkoholfreien Cocktail-Rezepten und Frageecke

Leo geht durch Alles durch
Zielgruppe: leseungewohnte und bereits gefährdete Jugendliche, Comic mit beispielhaften Alltagssituationen, macht Probleme und deren Lösungen bewusst, Hinweise auf professionelle Beratung

Basisinformation Tabak
siehe Alkohol

Stop Smoking – Boys rauchfrei
Zielgruppe: Jungen, „du“-Ansprache, Anregung zum Nichtrauchen, Selbsttest, Rauchertypen etc. Zielgruppengerechte, moderne, positve und klare Gestaltung, auch durch Farbe: blau

Stop Smoking – Girls rauchfrei
Zielgruppe: Mädchen, „du“-Ansprache, Anregung zum Nichtrauchen, Selbsttest, Rauchertypen etc. Zielgruppengerechte, moderne, positve und klare Gestaltung, auch durch Farbe: rosa

Let’s talk about smoking!
Broschüre, die sich an rauchende und nichtrauchende Jugendliche wendet: Inhaltsstoffe, gesundheitliche Folgeschäden und Passivrauchen

Auf dem Weg zur rauchfreien Schule
Leitfaden für Pädagogen in Schule und Jugendarbeit u. a. Hilfe für die Arbeit mit Jugendlichen zum Umgang mit dem Rauchen. Gibt praktische Hilfen, Infos und Arbeitsmaterialien (Mappe mit Broschüren)

Cannabis:
Haschisch und Marihuana
Infobroschüre über Wirkung und Zusammensetzung, Risiken sowie rechtliche Aspekte von Cannabis(konsum), gute Diskussionsgrundlage für kompetente Gespräche zum Thema „weiche Drogen“

Ecstasy – was nun?
Ratgeber von Ex-Usern für Eltern, Kurzinfo zu allen wesentlichen Aspekten (Risiken, Konsum, Verhaltensweisen und Prävention) von Ecstasy

Kinder stark machen – zu stark für Drogen
3-teilige Informationsbroschüre für Eltern und Erzieher zu den Themen Suchtvorbeugung, -ursachen und -bekämpfung. Heft 1 und 2: Anregungen zur Vorbeugung (Vorschulalter bis Pubertät). Heft 3: Hintergrundinfos zu Suchtmitteln und Beratungsstellen

Über Drogen reden
Die Broschüre will Eltern darin unterstützen, den eigenen Standpunkt zum Rauschmittelkonsum zu klären, über das Thema Drogen mit Kindern im Gespräch zu kommen und konstruktive Lösungen für Probleme im Zusammenhang mit Suchtmitteln zu finden. Berichte und Reportagen, Infos zu verschiedenen Suchtmitteln, Erläuterung aktueller Rechtsfragen

Suchtprävention an Schulen „Gläserne Schule“ – For

Um herauszufinden, ob schulische Suchtprävention überhaupt wirkt, wurde das vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) im Rahmen des EU-Forschungsprojekts „Suchtprävention an Schulen“ bislang zwar in der Praxis erprobte, aber noch nicht evaluierte (= bewertete) Unterrichtsprogramm „Gläserne Schule“ weiterentwickelt:

„Gläserne Schule, Teil I“ – 2000-2001:

Die Panel-Untersuchung (drei Erhebungszeitpunkte mit einer Experimental- und einer Kontrollgruppe) bestand aus einer gezielten suchtspezifischen pädagogischen Intervention, deren Hauptbestandteil eine Verzichtsübung, die so genannte „Initiierte Abstinenz“ war. Dabei verzichten die Schülerinnen und Schüler zwei Wochen lang auf eine Substanz wie Süßigkeiten, Zigaretten etc. oder ein Medium wie Fernsehen oder PC-Spiele.

Erprobt wurde diese suchtpräventive Maßnahme in der Zeit von September 2000 bis 2001 an etwa 3.000 Schülern der Klassenstufen 6. bis 8. in unterschiedlichen Schultypen in drei deutschsprachigen Regionen der EU (Flensburg/D, Innsbruck/A, Bozen/I).
Seit Februar 2002 liegen die Befunde dieser umfassenden Evaluation vor: „Das Unterrichtsprogramm wird nicht nur von den Schülern und Lehren akzeptiert und positiv bewertet, sondern es kommt bei einem erheblichen Teil der Schüler auch zu einer Konsumreduktion“.
Außerdem entwickeln die Schüler realistische Einschätzungen über das Gefährdungspotential von Substanzen und elektronischen Unterhaltungsmedien, berichtet das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD).

Dieses finanziell von der EU geförderte Projekt ist auch als Buch erschienen:
Raschke, Peter/Kalke, Jens (2002): Lernen durch Verzicht. Konzept und Wirkungen des suchtpräventiven Unterrichtsprogramms „Gläserne Schule“, Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler
Quelle: www.isd-hamburg.de/projekte_glaeserneschule.htm

„Gläserne Schule, Teil II“ – 2002-2004:

Diese Anschluss-Studie wollte überprüfen, ob die so genannte „Initiierte Abstinenz“ auch in der Altersgruppe der 15- bis 18-jährigen Schüler positiven Wirkungen führte.
Auch die Anschluss-Studie kam zu positiven Ergebnissen: Es kam in der viermonatigen Untersuchungsphase bei einem „erheblichen“ Teil der Schüler zu einem Rückgang des Konsums.
Quelle: www.isd-hamburg.de/projekte_glaeserne_2.htm

„Gläserne Schule, Teil III“ – 2003-2006:

In dieser aktuellen Forschungsreihe, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gefördert wird, will man die langfristigen Wirkungen der Verzichtsübungen, die Nachhaltigkeit und das richtige Alter für die „Initiierte Abstinenz“ überprüfen.
Dazu wird die Maßnahme in einer Experimentalgruppe jedes Jahr und in den drei Kontrollgruppen nur einmal in dem vierjährigen Beobachtungszeitraum – hier allerdings in jeweils unterschiedlichen Klassenstufen aus verschiedenen Schultypen – durchgeführt. Insgesamt werden etwa 2.800 Schüler/innen aus Hamburg und Schleswig-Holstein teilnehmen.
Quelle: www.isd-hamburg.de/projekte_bzga.htm

Trinken bis der Arzt kommt

Saufen, bechern, picheln, kübeln … Im deutschen Duden finden sich zahlreiche Begriffe für das Trinken von Alkohol in größeren Mengen. Doch „Kampftrinken“ kann als Alkoholvergiftung im städtischen Krankenhaus enden.

Rauschtrinken beginnt beim fünften Glas
Von Rauschtrinken („Binge drinking“) wird gesprochen, wenn fünf oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit getrunken werden. Folgt man der Berichterstattung von Boulevardmagazinen so würde das gezielte Rauschtrinken in letzter Zeit vermehrt durch spezielle Angebote von Bars unter dem Motto „All you can drink“ oder durch so genannte „Flatrate-Partys“ gefördert. Dabei zahlen die Besucher einen bestimmten Betrag und können so viel trinken wie sie wollen.

Wohin geht der Trend?
Ob es sich beim kommerziellen „Flatrate-Saufen“ um einen echten Trend handelt oder nur um vereinzelte regionale Erscheinung, ist derzeit unklar. Denn in einer aktuellen Studie kommt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu dem Ergebnis, dass der Anteil an Jugendlichen, die sich gezielt betrinken, rückläufig ist. Während 2004 noch 23 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Binge-drinking-Erfahrung in den letzten 30 Tagen hatten, waren es 2005 nur noch 19 Prozent. Zum Rückgang beigetragen hat vermutlich die Steuererhöhung auf spirituosenhaltige Alkopops, die August 2004 in Kraft trat.

Weiterhin hohes Niveau
Allerdings liegt der Alkoholkonsum bei Jugendlichen weiterhin auf hohem Niveau. „Wir können keine Entwarnung geben“, sagt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA in einem Artikel der Website Medizinauskunft zufolge, „weiterhin trinken 12- bis 17-Jährige pro Woche durchschnittlich 35,7 Gramm reinen Alkohol. Das ist eine Zahl, die wir nicht akzeptieren können.“

Hohes Risiko durch Alkoholvergiftungen
Denn besonders junge Menschen riskieren schnell eine Alkoholvergiftung. In der Studie zu Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen wurden die Fallzahlen an Alkoholvergiftungen in 13 ausgewählten Krankenhäusern untersucht, allerdings vor Einführung der Alkopops-Steuer. Den Ergebnissen nach stiegen die Fallzahlen zwischen 2000 und 2002 um über 65 Prozent. 23 Prozent von ihnen waren zwischen 10 und 15 Jahren alt. In diesem Alter ist der Organismus besonders anfällig für die schädlichen Auswirkungen des Alkohols. „Die Gehirnstrukturen, die für das Lernen zuständig sind, sind bei trinkenden Jugendlichen zehn Prozent kleiner als bei nichttrinkenden“, warnt Dr. Martin Beutel, leitender Arzt der Kraichtalkliniken der Diakonie Baden, nach Angaben der Website Medizinauskunft. Wer bereits in jungen Jahren an das Trinken großer Mengen Alkohol gewöhnt ist, läuft zudem Gefahr, später eine Abhängigkeit zu entwickeln.
Hohes Risiko und Gewaltbereitschaft mit Folgen
Die durch Alkohol verursachte erhöhte Risikobereitschaft hat besonders bei jungen Menschen fatale Folgen. Einem Bericht des ADAC zufolge geht jeder dritte Autounfall unter Alkoholeinfluss auf das Konto junger Menschen zwischen 18 und 24 Jahren. Zudem nimmt besonders bei männlichen Jugendlichen die Gewaltbereitschaft zu. Beispielsweise zeigte sich in einer Studie über jugendliche Gewalttäter, dass in 60 Prozent der Fälle Alkohol eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Sex unter Alkoholeinfluss
Ungewollter oder ungeschützter Sex unter Alkoholeinfluss kann zudem ein bitteres Erwachen zur Folge haben. In einer (nicht-repräsentativen) Befragung auf drugcom haben knapp 40 Prozent angegeben, dass sie schon mal Sex unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen hatten und es hinterher bereuten. Bei Männern kann es unter Alkoholeinfluss auch zu Erektionsproblemen kommen, weil der Alkohol alle Körperfunktionen betäubt.

Was sagt das Gesetz?

Muss man ins Gefängnis, wenn man mit Cannabis erwischt wird?
Darf man illegale Drogen zum Eigenbedarf mit sich führen?
Um euch Antworten auf diese oder ähnliche, häufig gestellte Fragen zu geben, machen wir euch hier auf die wichtigsten Fakten des Betäubungsmittelgesetzes (BtmG) sowie mögliche strafrechtliche Konsequenzen aufmerksam – besonders, beim Autofahren unter Drogeneinfluss.

Wir sind jedoch keine Rechtsberatungsstelle.

Konkrete Fragen oder Einzelfälle können wir nicht klären. Weiterhin findet ihr hier zum Thema ‚Rauschgiftschmuggel und Drogenhandel‘ einige interessante Fakten und Daten.

Betäubungsmittelgesetz und strafrechtliche Konsequ

Besonders bei einigen jüngeren Cannabiskonsumenten hat sich der Irrglaube verbreitet, dass der Besitz geringer Mengen Drogen zum Eigenkonsum nicht strafbar sei. Nach dem deutschen Betäubungsmittelgesetz (BtmG) ist jeder Umgang mit Betäubungsmitteln (Rauschgiften) ohne behördliche Genehmigung strafbar.

Generell gilt: Auch der Besitz einer verschwindend geringen Menge, beispielsweise von Cannabisprodukten, ist grundsätzlich strafbar! Bei einer geringen Menge, kann die Staatsanwaltschaft von der Strafverfolgung absehen. Eine Gewähr für das Einstellen eines Verfahrens gibt es aber nicht!

In jedem Fall hat die Polizei Strafverfolgungspflicht und führt in der Regel die folgenden Maßnahmen durch:vorläufige Festnahme körperliche Durchsuchung Einleitung eines Ermittlungsverfahrens Mitteilung an die Führerscheinstelle (siehe auch Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) Durchsuchung der Wohnung, bei Personen unter 18 Jahren die Durchsuchung der Wohnung der Eltern
Eine Einstellung des Verfahrens ist in diesen Fällen ausgeschlossen:Handel mit Betäubungsmitteln die Tat wurde in Schulen, Jugendheimen, Kasernen etc. begangen die Tat könnte Kindern und Jugendlichen Anlass zur Nachahmung gebenNäheres regelt das Betäubungsmittelgesetz (BtmG). Es stellt klar, dass es sich bei Drogenmissbrauch und -handel keineswegs nur um Bagatell- oder Kavaliersdelikte handelt. Ein paar kurze Auszüge hieraus haben wir euch hier zusammengestellt:

29 Betäubungsmittelgesetz

Der § 29 BtmG sieht für Handel, Besitz und Erwerb von Betäubungsmitteln eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor, ab zwei Jahren, wie bei anderen Haftstrafen auch, ohne Bewährung!

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft. (…)
(2) In einigen Fällen ist auch der Versuch strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
(…) gewerbsmäßig handelt,
(…) als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat,
(…) die Gesundheit mehrerer Menschen gefährdet.
(4) Handelt der Täter (…) fahrlässig (…), so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.
(5) Das Gericht kann von einer Bestrafung (…) absehen, wenn der Täter die Betäubungsmittel lediglich zum Eigenverbrauch in geringer Menge anbaut, herstellt, einführt, ausführt, durchführt, erwirbt, sich in sonstiger Weise verschafft oder besitzt.
(6) Die Vorschriften des Absatzes 1 Nr. 1 sind, soweit sie das Handeltreiben, Abgeben oder Veräußern betreffen, auch anzuwenden, wenn sich die Handlung auf Stoffe oder Zubereitungen bezieht, die nicht Betäubungsmittel sind, aber als solche ausgegeben werden.

30a Betäubungsmittelgesetz

Der § 30a BtmG beschäftigt sich mit den „Härtefällen“, also mit Handel, Besitz und Erwerb in nicht geringen Mengen, oder in einer Bande (ab zwei Personen!), die sich zur Begehung dieser Straftaten zusammen getan hat. Hier ist mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren zu rechnen.(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren wird bestraft, wer
1. Betäubungsmittel ohne Erlaubnis (…) anbaut, herstellt oder mit ihnen Handel treibt und dabei als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat,
2. (…) gewerbsmäßig handelt,
3. Betäubungsmittel abgibt, einem anderen verabreicht oder zum unmittelbaren Verbrauch überlässt und dadurch leichtfertig dessen Tod verursacht oder Betäubungsmittel in nicht geringer Menge ohne Erlaubnis (…) einführt.
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren.

31 Betäubungsmittelgesetz

Eine Strafminderung kann nur erteilt werden, wenn der „Täter“ über die eigene Tatbeteiligung hinaus bei der Aufklärung von Straftaten hilft, oder so rechtzeitig sein Wissen offenbart, dass weitere Straftaten verhindert werden können (§ 31 BtmG).(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren wird bestraft, wer Betäubungsmittel in nicht geringer Menge ohne Erlaubnis (…) anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie ein- oder ausführt und dabei als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.
(2) Ebenso wird bestraft, wer
1. als Person über 21 Jahre eine Person unter 18 Jahren bestimmt, mit Betäubungsmitteln unerlaubt Handel zu treiben, sie, ohne Handel zu treiben, einzuführen, auszuführen, zu veräußern, abzugeben oder sonst in den Verkehr zu bringen oder eine dieser Handlungen zu fördern, oder
2. mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unerlaubt Handel treibt oder sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt oder sich verschafft und dabei eine Schusswaffe oder sonstige Gegenstände mit sich führt, die ihrer Art nach zur Verletzung von Personen geeignet und bestimmt sind.
(3) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Drogen im Straßenverkehr

Der Führerschein zum 18ten! Lange darauf gespart und jetzt dürft ihr endlich Auto fahren. Die Eintrittskarte in die große mobile Welt – gleichbedeutend mit Unabhängigkeit und Freiheit. Nun müsst ihr euch nicht mehr von den Eltern abholen lassen oder auf den Bus oder die U-Bahn warten. Und ganz sicher wollt ihr dieses „teuer erworbene Gut“ nicht leichtfertig wieder aufs Spiel setzen.
Aber: Wusstet ihr, dass ihr auch ohne Verkehrskontrolle den Führerschein ganz schnell wieder verlieren könnt oder ihn gar nicht erst machen dürft!
Dann nämlich, wenn euch die Polizei beim Kontakt mit Drogen (Erwerb, Besitz, Konsum, Weitergabe und Handel) erwischt. Neben einer Anzeige erfolgt in jedem Fall auch eine Mitteilung an die Führerscheinstelle. Diese beantragt dann – egal ob ihr einen Führerschein erst machen wollt oder ihn schon besitzt – ein fachärztliches Gutachten oder so genanntes Drogenscreening. Sollte sich bei dieser Urin- und/oder Haarprobe ein Drogenkonsum bestätigen oder ihr eine Probenabgabe verweigern, wird eine Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU oder auch „Idiotentest“) angeordnet. Und solange ihr keine dauerhafte Drogenfreiheit nachweisen könnt, dürft ihr keinen Führerschein erwerben oder euer Führerschein wird eingezogen.
Drogenkonsum wird als Eignungsmangel betrachtet, der die Nichterteilung oder Entziehung der Fahrerlaubnis rechtfertigt. Im Jahr 2002 wurde in fast 5.000 Fällen aufgrund der „Neigung zu Trunk- und Rauschgiftsucht“ keine Fahr- oder Erstfahrerlaubnis erteilt.

Fahren unter Drogeneinfluss

Welche genauen Auswirkungen die Einnahme von Drogen auf die Fahrtauglichkeit hat, lässt sich kaum sicher vorhersehen. Schon gar nicht beim so genannten Mischkonsum, der Kombination unterschiedlicher Drogen oder von einer Droge mit Alkohol. Beispielhaft stellen wir euch hier ein paar mögliche typische Auswirkungen von Drogen auf die Fahrtüchtigkeit dar:
CannabisVerlängerung der Reaktionszeit Störung von Raum- und Zeiteinschätzungen Verminderung der motorischen ReaktionEcstasyNervosität und verstärkte Aktivität Störungen der Konzentration Extreme BlendempfindlichkeitOpiateDrastischer Rückgang der Leistungsfähigkeit Desinteresse gegenüber Verkehrsregeln und sozialen Normen Gefahr des KreislaufzusammenbruchsLSDVerlust der Selbstkontrolle Starke Halluzinationen und örtliche Orientierungslosigkeit Fahrunsicherheit durch SchwindelgefühleDie Bundesanstalt für Straßenwesen stellte in einer Untersuchung im Jahr 2001 fest, dass sich für Amphetamine und Ecstasy in hoher Konzentration sowie für Alkohol eine deutliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit nachweisen lässt. Eine besonders hohe Gefährdung gehe von der Kombination einer Droge mit Alkohol sowie von der Kombination zweier Drogen miteinander und zusätzlichem Alkoholkonsum aus. Und gerade diese Kombinationen ließen sich sehr häufig bei den untersuchten Fahrern feststellen. Weiterhin zeichneten sich „Drogenfahrer“ durch eine erhöhte Risikobereitschaft aus und seien auch insgesamt häufiger unter hohem Alkoholeinfluss unterwegs. Durch eine stärkere Aufmerksamkeit, den Einsatz von Drogentestgeräten und gezieltes Vorgehen will die Polizei diese Risikofahrten verhindern.

Strafrechtliche, soziale und materielle Folgen

Gemäß § 24a Abs. 2 StVG handelt ordnungswidrig, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt. Eine solche Wirkung liegt vor, wenn eine in dieser Anlage genannte Substanz im Blut nachgewiesen wird. Satz 1 gilt nicht, wenn die Substanz aus der bestimmungsgemäßen Einnahme eines für einen konkreten Krankheitsfall verschriebenen Arzneimittels herrührt.

Ein Grenzwert wurde hier nicht eingeführt, so dass jeglicher Nachweis der in der Anlage genannten Substanzen ausreicht. Beim Hinzutreten drogen- oder medikamentenbedingter Ausfallerscheinungen besteht der Verdacht eines Vergehens der Gefährdung des Straßenverkehrs gemäß § 315c Abs. 1 Nr. 1a StGB oder bei Ausfallerscheinungen ohne Gefährdung oder Schädigung § 316 StGB. Über eine Anzeige entscheidet die Justiz.
Die Ordnungswidrigkeit wird mit einer Geldbuße von mindestens 250 € belegt. Darüber hinaus wird ein einmonatiges Fahrverbot ausgesprochen. Sind bereits Voreinträge im Verkehrszentralregister vorhanden, so wird eine Geldbuße bis zu 1.500 € und ein Fahrverbot bis zu drei Monaten festgesetzt zuzüglich vier Punkten in Flensburg.

Anlage zu § 24a StVG (Liste der berauschenden Mittel und Substanzen):Cannabis Tetrahydrocannabiol (THC) Heroin Morphin Kokain Benzoylecgonin Amphetamin Amphetamin Designer-Amphetamin Methylendioxyethylyamphetamin (MDE) Designer-Amphetamin Methylendioxymethamphetamin (MDMA)
Ergänzungen zu §§ 315/316 StGB:Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe Fahrerlaubnisentzug von sechs Monaten bis zu fünf Jahren oder Fahrverbot ein bis drei Monate bis zu sieben Punkte in Flensburg vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)angeordnet werden eingeschränkte VersicherungsleistungenIm Jahr 2002 wurde in fast 75.000 Fällen ein Fahrverbot wegen Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss erteilt. Der mögliche Verlust des Führerscheins hat für den Einzelnen neben den strafrechtlichen Konsequenzen aber auch unabschätzbare soziale (Verlust des Arbeitsplatzes) und materielle Folgen.
 

Beispiel: Kosten einer Fahrt unter Drogeneinfluss

Rückforderung des Versicherers bis zu 5.000 €
Blutprobe/Laborkosten 100 €
Gerichts- und Anwaltskosten 2.750 €
Gebühr Strafbefehl 40 €
Geldstrafe 1.500 €
Medizinisch-Psych. Untersuchung (MPU) 540 €
Nachschulung 400 €
Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis 75 €
Fahrausbildung (neu) 1.000 €
Gesamtkosten bis zu 11.455 €

 
Ihr solltet es euch also gut überlegen, ob ihr euch beispielsweise nach einem Joint noch hinters Steuer setzt. Neben den unermesslichen tragischen menschlichen Folgen eines möglichen Unfalls (zum Beispiel mit Todesfolge oder schlimmen Verletzungen etc.) kann euch dieser eine Joint den Führerschein und mehrere tausend Euro kosten!

Rauschgiftschmuggel und Drogenhandel

Internationale Rauschgiftkartelle bringen auch in Deutschland große Mengen Kokain, Heroin, Marihuana und andere Rauschgiftarten auf den Markt. Der Nationale Rauschgiftbekämpfungsplan weist der Zollverwaltung wichtige Aufgaben in der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität zu. Heute werden über 70 Prozent der jährlich in Deutschland beschlagnahmten Rauschgiftmengen von Zollbeamten entdeckt. Allein im Jahr 2001 verzeichnete der Zoll Sicherstellungen von 2,5 t Haschisch, 3,5 t Marihuana, 1,1 t Kokain, 457 kg Heroin und 1.335.992 Tabletten synthetischer Drogen – wie Ecstasy und LSD.

Drogenhandel

Das risikoreiche Geschäft mit den illegalen Drogen lohnt sich, denn mit kaum etwas anderem auf der Welt lässt sich so schnell so viel Geld verdienen. Mindestens 300 bis 400 Milliarden Dollar, so schätzen Experten, werden jedes Jahr im Rauschgiftgeschäft weltweit umgesetzt. Die eigentlichen Gewinner an der Sucht anderer sind dabei die Drogenbosse an der Spitze der Verbrechersyndikate. Der Kampf gegen diese skrupellosen Verbrecher ist ziemlich aussichtslos. Sie sind selten zu fassen, weil sie ihre Fäden im Hintergrund ziehen und andere die riskante Schmutzarbeit machen lassen.

Da Rauschgifte sehr teuer sind – ein Heroinabhängiger benötigt für seine Drogen etwa fünfzig Euro pro Tag – können Abhängige ihren steigenden Bedarf meist nur durch Diebstähle, Raub oder Prostitution aufbringen. Oft werden sie zur Finanzierung ihrer Sucht selbst zu Rauschgifthändlern, die ständig neue Konsumenten suchen und so Jugendliche – auch ihre eigenen Freunde – gefährden. Das nennt man Beschaffungskriminalität.
So ist es nicht verwunderlich, dass man heute fast überall mit Drogen in Berührung kommen kann: auf Partys, in der Schule, in der Clique, am Bahnhof oder an anderen Treffpunkten. Drogenmissbrauch und -abhängigkeit sind längst nicht mehr nur ein Problem von Randgruppen. Abenteuerlust, Neugier aber auch Gruppendruck führen schnell zum Erstkonsum oder Einstieg. Die berühmte „Pille im Drink“, die heimlich verabreicht wird, kommt in der Realität nur selten vor. Damit verdient der Dealer kein Geld. Heutzutage findet der erste Kontakt zu Drogen meist im näheren persönlichem Umfeld statt.

Herkunftsländer

Schlafmohnanbauländer/Opiumproduzenten:Mexiko Libanon Mittlerer Osten Südostasien Hanfanbauländer/Haschischproduzenten:Nordafrika Naher und Mittlerer Osten Nordindien Himalajastaaten Marihuanaproduzenten:Mittel- und Südamerika Afrika Indien Südostasien

Rauschgiftschmuggel in Gegenständen aller Art

Um Rauschgifte aller Art zu schmuggeln und zu verstecken haben sich Drogenhändler- und Dealer schon immer Einiges einfallen lassen. Zu den Schmuggel-„Klassikern“ gehören: Koffer mit doppeltem Boden, gefüllte Bowlingkugeln, präparierte Schuhe und ausgehöhlte Holzstatuen unterschiedlicher Herkunft! Inzwischen werden die Verstecke immer raffinierter, wie diese Beispiele zeigen:

Süßigkeiten als Drogenversteck
Zöllner am Flughafen Frankfurt am Main fanden in einem als Geschenksendung deklarierten Paket neben Kinderbekleidung, Spielzeug und einer Glückwunschkarte vier in Geschenkpapier verpackte Plastikboxen mit Ferrero Rocher. Die Kontrolle der Süßigkeiten ergab, dass sie tatsächlich mit Kokain gefüllt waren. Die Täter hatten das Konfekt entnommen und durch Kokainkugeln ersetzt, diese in die Originalumhüllung eingewickelt, in Folie geschweißt und in die Kunststoffboxen gelegt. Insgesamt wurden so 1.000 Gramm Kokain sichergestellt.

Autoteile mit Kokain
In diesen drei Kfz-Teilen wurden Drogen gefunden:1. Rauschgift in Metallzylindern:
Mit Hilfe eines Spürhundes entdeckten Zollbeamte vier Kilogramm Kokain in einer Sendung aus Brasilien. Die Sendung enthielt insgesamt 20 eingefettete Metallzylinder, einzeln in Papier eingeschlagen und in Kartons mit aufgedruckten Firmennamen verpackt. In jedem Behältnis waren 200 Gramm Kokain eingepresst.

2. Rauschgift in Motorkolben:
In zwei anderen Fällen wurde Rauschgift in Motorkolben entdeckt. Erst beim Anbohren wurde das Rauschgift sichtbar: In jedem der größeren Kolben waren 170 Gramm Kokain und in den kleineren jeweils 100 Gramm Kokain eingearbeitet.

3. Rauschgift in Kfz-Anlassern
Hier wurde Kokain im Stahlteil eines Kfz-Anlassers entdeckt. Das Rauschgift wurde erst nach Anbohren des Ersatzteils festgestellt. Insgesamt wurden 400 Gramm Kokain sichergestellt.

Kokain in Kuscheltieren
Bei der Überprüfung von zwei Luftpostpäckchen aus Ecuador kamen 400 Gramm Kokain zum Vorschein. In jedem der Päckchen befand sich ein Plüschteddybär. Die an den Teddybären angebrachten Etiketten versprachen, die Kuscheltiere würden sprechen, wenn man auf den Bauch drücke. Diese Teddybären blieben aber stumm! Die daraufhin durchgeführte intensive Kontrolle zeigte, warum es den Bären die Sprache verschlug: Anstelle des Spielwerks war Kokain in Latexbehältnissen in die Teddybären gestopft worden.

Kokain im Surfbrett
Zwei deutsche Staatsangehörige versuchten mit Hilfe eines präparierten Waveboards drei Kilogramm Kokain bei ihrer Rückkehr von einem Urlaubsaufenthalt in Costa Rica über den Flughafen Düsseldorf einzuschmuggeln. Der auf der Schutztasche des Waveboards angebrachte Hinweis „Handle with care, Please!!“ war daher nur zu verständlich. Bei der Gepäckabfertigung wurde das Rauschgift durch den Einsatz von Spürhunden entdeckt und Beamte des Zollfahndungsamts nahmen die beiden Schmuggler fest.

Rauschgiftschmuggel im Körper
Was sind „Bodypacker“? Seit jeher benutzen Schmuggler ihren Körper als Versteck, um geheime Nachrichten, Filmmaterial, gestohlene Wertgegenstände, Geld oder Suchtmittel zu transportieren. Jede Körperhöhle wird benutzt – in den meisten Fällen der Magen-Darm-Trakt, manchmal die Vagina, manchmal beides.

In Südamerika ist der Drogenschmuggel im Körper perfektioniert worden. In Kolumbien, aber auch Brasilien, Costa Rica, Venezuela unterhalten die großen Drogenhandelsorganisationen spezielle Schulen zur Ausbildung von Körperschmugglern. Neu geworbene Kuriere werden zunächst wochenlang in solchen Schulen „interniert“. Dort gewöhnen sie ihren Darm an die bevorstehenden Belastungen. Sie müssen Früchte, meist Trauben, unzerkaut schlucken. Wenn sie „voll“ sind, wird mit Darm lähmenden Medikamenten die Peristaltik (= Bewegung von Hohlorganen, deren Wände Muskeln enthalten) soweit gehemmt, dass die Früchte im Darm nicht weiter transportiert werden und der Stuhldrang mindestens über 36 Stunden unter Kontrolle gehalten werden kann.

In diesen Schulen lernen die angehenden „Bodypacker“ auch, wie sie sich im Falle einer Kontrolle am Zielort oder bei der Einreise in ihr Bestimmungsland zu verhalten haben. Den Kurieren, die meist aus unteren Bevölkerungsschichten stammen, wird weltmännisches Auftreten beigebracht und sie werden entsprechend eingekleidet. Die Organisationen besorgen über ihre bezahlten Helfer in den Passbehörden ein neues Reisedokument, das Kontrollen standhält. Vor der Reise beginnt der Kurier den Körper mit seiner Fracht zu füllen. Meist schluckt er innerhalb von etwa acht Stunden bis zu 100 Behältnisse – in der Regel Kondome – mit je etwa zehn Gramm hochreinem Suchtgift. Kurz bevor ein „Esel“, wie die Auftraggeber die Kuriere bezeichnen, auf die Reise geschickt wird, erhält er Anweisungen über Reiseroute und Zielort.
Beim Abschied auf dem Flughafen wird der Schmuggler von seinem Betreuer eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass seine Familie in größte Gefahr kommen könnte, wenn er mit der Ware nicht am Zielort ankomme. Werden Drogenschmuggler gefasst, sorgen sie dafür, dass die Verhaftung in ihrer Heimat möglichst schnell bekannt wird. Das gilt als „Lebensversicherung“ für die Familienangehörigen.

Tödliche Bedrohung – Bodypacker leben gefährlich:
Bis zu zwei Kilogramm Kokain entdeckten Fahnder im Magen von Bodypackern. Platzt eines der Behältnisse auf, befindet sich der Schmuggler in Lebensgefahr. Die tödliche Dosis liegt bei oraler Einnahme von Kokain im Schnitt bei ein bis zwei Gramm. Die Kuriere tragen ein Vielfaches der tödlichen Dosis in sich. Jedes Jahr sterben einige Schmuggler, nachdem ein Behältnis in ihrem Körper undicht geworden ist.

Als „Bodystuffer“ werden Drogenhändler bezeichnet, die auf der Flucht vor der Polizei ihre in Cellophan verpackten Drogen schlucken. Deren Ware ist im Normalfall nicht ganz so giftig, da sie schon für den Einzelhandel gestreckt wurde. Während bei den Bodypackern die Gefahr des Zerplatzens eines verschluckten Behälters durch die sichere Verpackung relativ gering ist, muss bei den Bodystuffern stets damit gerechnet werden. Cellophan hat eine schlechte Reißfestigkeit, wodurch es schnell zu einer beträchtlichen Aufnahme der Droge aus dem Magen-Darm-Trakt kommen kann.

Nachweis der Drogenpäckchen:
Die Kondompäckchen sind meist bis zu vier Zentimeter groß und lassen sich durch eine Abdomenleeraufnahme (= Röntgenaufnahme des Bauches ohne Verwendung von Kontrastmitteln) in den meisten Fällen nachweisen. Die Erfolgsquote liegt bei 70 bis 90 Prozent.

Rauschgiftspürhunde

Nur Tiere mit ausgeprägtem Spiel- und Beutetrieb eignen sich für Spezialaufgaben wie Drogen-, Sprengstoff- oder Lawineneinsätze. Bereits beim Kauf wird darauf geachtet, ob eine entsprechende Veranlagung existiert. Der Werdegang zum Drogenspürhund beginnt im Alter zwischen einem und drei Jahren. Nach einer vierwöchigen Probe- und Angewöhnungszeit folgen sechs Wochen Schutzhundelehrgang, die Ausbildung zum „normalen“ Polizeihund. Dazu gehören Grundbegriffe des Gehorsams oder Suche nach Fährten. Stellen die Beamten in dieser Zeit einen ausgeprägten Spieltrieb fest, ist der vierbeinige Lehrling für Spezialeinsätze geeignet. Die Ausbildung des Rauschgiftspürhundes dauert 50 Ausbildungstage. Sie umfasst alle gängigen natürlichen und synthetischen Betäubungsmittel.

Zu Beginn der Ausbildung werden Drogen in Bällen, Knochen, mit Löchern präparierten Plastikröhren oder ausgehöhlten Holzstücken versteckt. Der Rauschgiftspürhund zeigt seinem Führer durch Kratzen oder/und Beißen an einem Versteck an, dass er spezifische Duftmoleküle wahrgenommen hat.
Rauschgiftspürhunde werden für ihre Tätigkeit nicht abhängig gemacht. Denn ein umittelbarer Kontakt des Hundes mit Rauschgift durch eine Injektion oder Verschlucken hätte – ohne schnelle tierärztliche Hilfe – den Tod des Tieres zur Folge.

Die Ausbildung baut dagegen auf den ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb des Hundes. In einen Spielgegenstand werden Rauschgiftpräparate, die für den Hund nur geruchlich wahrnehmbar sind, eingebracht. Die Drogen stecken dabei in bissfesten Behältnissen. Gezielte Spiel- und Suchübungen lassen den Hund erfahren, dass er sich bei Witterung von bestimmten Duftmolekülen durch Kratzen oder Beißen an einem Rauschgiftversteck seinen Spielgegenstand erarbeiten kann. Nach jedem Erfolg schließt sich ein Spiel mit dem Gegenstand als Motivation förderndes Ritual an.

Über kurz oder lang machen die Hunde jedes illegale Rauschgiftdepot ausfindig. Bei Übungen ebenso wie bei richtigen Einsätzen. Die Erfolgsquote liegt ungefähr bei 95 Prozent. Erfahrung spielt dabei keine Rolle. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Normalerweise sind die Tiere bis zum achten oder zehnten Lebensjahr als Spürhunde tätig. Wenn die Leistung stimmt, auch länger. Etwa mit zwölf Jahren ist meistens Schluss mit der Schnüffelei in Sachen Drogen. Ihren Ruhestand haben sich die Tiere dann auch redlich verdient. In Menschenjahre umgerechnet läge ihr Alter damit schließlich zwischen 70 und 84 Jahren.

Wichtige Adressen

Wo und wie bekomme ich Hilfe?

Hier findet ihr die wichtigsten Adressen, um euch über Sucht und Drogen zu informieren, Material für Referate und Facharbeiten zu suchen. Sollten Freunde von euch Probleme mit Drogen haben, nennen wir euch Anlaufstellen, wo ihr eine anonyme Telefonberatung oder aber eine persönliche Beratung vereinbaren könnt.

Einen ersten Einstieg zur Information über Sucht, Abhängigkeit und Drogen sowie eine erste Hilfestellung können Infobroschüren bieten. Eine Auswahl mit Bezugsadressen haben wir hier für euch ebenfalls zusammengestellt.

Hilfe und Beratungsstellen

Scheut euch nicht, bei Suchtproblemen eine der verschiedenen Jugend-, Sucht- oder Drogenberatungsstellen zu kontaktieren. Hier erhaltet ihr auch allgemeine Informationen über das Thema Sucht und Drogen. Im Gesundheitsamt eurer Stadt oder Gemeinde, beim Jugendamt oder häufig auch der Kirchengemeinde könnt ihr weitere Adressen und Telefonnummern von Beratungsstellen erfahren.

Diese Stellen arbeiten kostenlos. Bei der Beratung werden die vertraulichen Informationen nicht an die Polizei weitergeleitet. Auf Wunsch sind alle Gespräche anonym. Genau wie Ärzte sind Suchtberater zum Schweigen verpflichtet – auch wenn es um illegale Drogen geht.

Welche Art der Hilfe könnt ihr von Beratungsstellen bekommen? Die Arbeit der Jugend- und Beratungsstellen orientiert sich an den Hilfesuchenden, d. h. sie helfen euch bei allen Arten von Suchtproblemen, Problemen mit Eltern, in der Schule, Lehre oder im Beruf. Sie bieten:umfangreiche Beratungsgespräche und Familiengespräche Gruppenangebote Unterstützung im Umgang mit Ämtern Krisenintervention bei Verhaftung, Wohnung- oder Arbeitsplatzverlust Vermittlung in stationäre Entgiftungs- und Entwöhnungsprogramme oder ambulante Therapien Schuldnerberatung
Darüber hinaus gibt es an vielen Schulen einen so genannten „Suchtberater“. Das ist ein Pädagoge, der die Aufgabe hat, den Schülern bei Drogenproblemen zu helfen. Er kann euch bei der Auswahl geeigneter Angebote helfen oder gibt Unterstützung um gar nicht erst süchtig zu werden oder einen Weg aus der Sucht zu finden.
Oder ihr seht einfach im örtlichen Telefonbuch nach unter Suchtberatungs-, Psychosoziale Beratungs-, oder Jugend- und Drogenberatungsstelle.

Telefonische Sucht- und Drogenberatung

Bundesweite Sucht- und Drogenhotline (kostet 12 Cent/Minute): 01805-31 30 31
Eine überregionale Telefonberatung erhaltet ihr unter den folgenden Notrufnummern:
Düsseldorf: 0211-32 55 55
Essen: 0201-40 38 40
Köln: 0221-31 55 55
München: 089-28 28 22
Oder ruft das Informationstelefon zur Suchtvorbeugung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) unter 0221-89 20 31 an. Auf Wunsch wird euch hier eine Beratungseinrichtung in eurer Nähe genannt.

Auch das Malteser-Telefon kann euch Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in eurer Region geben unter: 0221-98 22 22

Die Landesstellen gegen die Suchtgefahren können euch Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen empfehlen. Sie informieren auch über aktuelle Angebote, Wettbewerbe für Schulklassen, Raucherentwöhnungskurse etc. Ihr findet sie online unter:

Baden-Württemberg: www.suchtfragen.de mailto: info@suchtfragen.de
Baden: www.blv-suchthilfe.de mailto: heise.blv@t-online.de
Bayern: www.suchtberatung.net/KBS mailto: kbs-bayern-suchthilfe@t-online.de
Berlin: www.landesstelle-berlin.de mailto: landesstelle-berlin.de
Brandenburg: www.blsev.de mailto: BLSeV@t-online.de
Bremen: www.sucht.org/landesstelle-bremen/
Hamburg: www.suchthh.de mailto: bfs@suchthh.de
Hessen: www.hls-online.de mailto: hls@hls-online.de
Mecklenburg-Vorpommern: www.lsmv.de mailto: info@lsmv.de
Niedersachsen: www.nls-suchtgefahren.de mailto: info@nls-online.de
Nordrhein-Westfalen: mailto: seiler@dw-westfalen.de
Rheinland-Pfalz: mailto: hoffmann@diakonie.pfalz.de
Saarland: mailto: osa@dwsaar.de
Sachsen-Anhalt: www.ls-suchtgefahren-lsa.de mailto: ls-sa@t-online.de
Sachsen: www.slsev.de mailto: slsev@t-online.de
Schleswig-Hostein: www.lssh.de mailto: mail@lssh.de
Thüringen: www.tks-tkg.de mailto: tks.thueringen@t-online.de

Außerdem habt ihr in einigen großen Städten die Möglichkeit, euch an so genannte Initiativgruppen in der Partyszene zu wenden. Diese Initiativgruppen findet ihr nachts vor Discos oder bei großen Raves. Sie haben oft einen eigenen Chill-out-Bereich, bieten kostenlos Mineralwasser oder C/M-Produkte an, informieren über Partydrogen, Pilze sowie alle neueren Drogenarten und warnen vor gefährlichen Pillen:

DROBS Hannover – Jugend- und Drogenberatungszentrum
Odeonstaße 14
30159 Hannover
Tel: 0511-70 14 60
E-Mail: drobs.hannover@step-hannover.de

Release Stuttgart e. V. – psycho-soziale Beratungsstelle
Neckarstraße 233
70190 Stuttgart
Tel: 0711-26843230

ALICE – Projekt des Drogennotruf e. V.
Musikantenweg 22
60316 Frankfurt a. M.
Tel: 069-48004950
Internet: www.alice-project.de

Drug Scouts e. V.
Eutritzscher Straße 9
04105 Leipzig
0341-2112022

Adressen und Links

Hier könnt Ihr euch einen Überblick zum Thema Sucht und Drogen verschaffen, Material für eurer Referat zum Thema Drogen in der Schule finden oder für eure Jugendgruppe sowie sonstige Events, wie z. B. Anti-Drogen-Aktionstage, sammeln.

Alateen – ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Kinder und Jugendliche aus alkoholkranken Familien und hat in Deutschland 45 Selbsthilfegruppen.

Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4
45128 Essen
Tel.: 0201/77 30 07
Fax: 0201/77 30 08
E-Mail: al-anon.zdb@t-online.de
Home: http://al-anon.de

BzgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Ostmerheimer Str. 220
51109 Köln
Tel.: 0221-8992-0
Tel. zur Suchtvorbeugung: 0221-892031
E-Mail: poststelle@bzga.de
Home: www.bzga.de

BzgA-Kampagne „rauchfrei“
www.rauch-frei.info

DHS – Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V.
Die DHS ist der Zusammenschluss der im Bereich Suchtprävention und Suchtkrankenhilfe aktiven Verbände. Die DHS gibt Auskunft, vermittelt Infos an Hilfesuchende, Experten, Medien- und Pressefachleute und andere Interessierte.
Westring 2
59065 Hamm
Tel.: 02381-9015-0
E-Mail: info@dhs.de
Home: www.dhs.de

Tipp: Eine Initiative der DHS www.ausweg.de

drugcom.de – Ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Tipp: anonyme Online-Beratung Montag-Freitag von 15-17.00 Uhr

Außerdem hat die BzgA ihr Angebot um das Modul „cannabis check“, einen Onlinefragebogen, in dem Nutzer zu acht Aspekten befragt werden, erweitert. Ihr bekommt eine individuelle, auf den eigenen Drogenkonsum zugeschnittene Antwort und es wird auf die ganz persönlichen Risiken hingewiesen oder an das Ausstiegsprogramm der BzgA „quit the shit“ weiter verwiesen.

E-Mail: drugcom@bzga.de
Home: www.drugcom.de

„FEEL FREE TO SAY NO“ – EU-Kampagne
Home: www.feel-free.info

KEINE MACHT DEN DROGEN – Gemeinnütziger Förderverein e. V.
Königinstr. 23
80539 München
Tel.: 089-29 19 33-5
E-Mail: info@kmdd.de
Home: www.kmdd.de

MINDZONE – Initiative für drogenfreies Feiern
Lessingstraße 3
80336 München
Tel.: 089-22 80 17 19
Home: www.mindzone.de
NACOA – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V.
E-Mail: info@nacoa.de
Home: www.nacoa.de

ProPK – Vorbeugungsprogramm der Polizei
Tel.: 0711-5401-2062
E-Mail: zgs@polizei.propk.de
Home: www.polizei.propk.de

Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK)

Bestelladresse:
Nagelsweg 27-31 – 20097 Hamburg
Internet: www.dak.de

Aktion Glasklar – Alkoholprävention für Kinder und Jugendliche
Mappe mit drei Broschüren: für Kinder und Jugendliche, Vorschläge für Unterricht und Jugendarbeit, Info und Tipps für Eltern, Großeltern etc.

Die mit den Pillen tanzen – Ecstasy: Risiken und Gefahren
Informationen über Geschichte, Wirkung, Konsum etc. von Ecstasy. Tipps für Notfälle

Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS)

Bestelladresse:
Postfach 1369 – 59003 Hamm
E-Mail: info@dhs.de
Internet: www.dhs.de

Alkohol
Basisinformationen zur „Kulturdroge“ Alkohol: Wirkungsweise, Gefährdung und Missbrauch, Abhängigkeit und Alkohol im Straßenverkehr

Wenn Papa getrunken hat wird er ganz anders, ich hasse es …“
Info-Faltblatt für Kinder und Jugendliche zum Alkohol-Problem von Eltern

Amphetamine
Info-Faltblatt: Information über Substanz, Wirkungsweise, Risiken etc.

Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel)
Info-Faltblatt: Information über Substanz, Wirkungsweise, Risiken etc.

Cannabis
Info-Faltblatt: Information über Substanz, Wirkungsweise, Risiken etc.

Ein Angebot an alle, die einem nahestehenden Menschen helfen wollen
Infobroschüre für Angehörige, die einem nahestehenden Menschen mit Drogenproblemen (Alkohol, Medikamente, illegale Drogen, Nikotion, süchtiges Verhalten) helfen wollen. Begriffserläuterungen zu: Abhängigkeit und Sucht, legale und illegale Drogen, süchtiges Verhalten sowie Tipps zum Weiterlesen und Kontaktadressen

Kokain
Info-Faltblatt: Information über Substanz, Wirkungsweise, Risiken etc.

Nikotin
Info-Faltblatt: Information über Substanz, Wirkungsweise, Risiken etc.

Landeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in B

Bestelladresse:
Landwehrstr. 60-62 – 80336 München
E-Mail: info@lzg-bayern.de
Internet: www.lzg-bayern.de

Aufhören?! Tipps für die Zeit vor und nach deiner letzten Zigarette
Zielgruppe: Jugendliche, „du“-Ansprache, klare und ansprechende Gestaltung im Comicstil mit Selbsttest, Vorbereitung auf Nichtrauch-Tag und die ersten Tage danach, Entzugssymptome managen, Umgang mit Rückschlag

Drogen – Die Risiken kennen
Zielgruppe: Allgemein, Infobroschüre Drogen, allgemein Aufklärung, Risiken, besonders: Ursachen „Warum wird jemand abhängig“, Drogenübersicht: Kurzbeschreibungen der wichtigsten Drogen

Ecstasy
Kurzinfo zu allen wesentlichen Aspekten über Wirkung und Zusammensetzung von Ecstasy für Eltern, aber auch Jugendliche, gute Diskussionsgrundlage für kompetente Gespräche zum Thema „Partydroge“

Partydrogen
Zielgruppe: Jugendliche, „du“-Ansprache Aufklärung über Drogen, Wirkung und Risiken, auch über „Naturdrogen“ persönliche Fallbeispiele, Checkliste für Partyfreunde, Fragebogen zum Drogenverhalten, moderne Aufmachung und Fotos

Voll high – echt frei?!
Leitfaden für SchülerInnen und andere, die sich mit dem Thema Sucht und Abhängigkeiten auseinandersetzen wollen

Thüringer Koordinierungsstelle Suchtprävention (TK

Bestelladresse:
Dubliner Straße 12 – 99091 Erfurt
Telefax: 0361/7920640
E-Mail: tks.thueringen@t-online.de
Internet: www.tks-tkg.de

Cannabis
modern gestaltete Infobroschüre über Cannabis: Wirkungsweise, Risiken und Nebenwirkungen, Folgen und Infokontakte

Quellen und Büchertipps

Allgemein ‚Sucht und Drogen

Markus Schmid, Jürgen Schuler, Birgit Rieger:
Drogen
Ravensburger Buchverlag 1999
Trude Ausfelder:
Stark ohne Stoff. Alles über Drogen
Verlag Heinrich Ellermann 2000

Bernhard van Treeck:
Partydrogen
Schwarzkopf & Schwarzkopf 1997
Bettina Mainberger:
Jede Menge Zoff. Was tun gegen Mobbing und Gewalt?
Dtv 2000

Autobiografische Romane und Erfahrungsberichte

Christiane F., Kai Hermann, Horst Rieck:
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Stern-Verlag,

Marie-Christine d’Welles:
Laß uns über Haschsich reden – Junge Betroffene packen aus
Presses de la Renaissance, Paris 2000

Peter Holenstein :
Zum Beispiel Stefan
Bastei Lübbe 1997
Ulla Rhan, Lina Rhan:

Lieber high als stinknormal?
Authentischer Bericht einer 19-Jährigen. Das Buch klärt auf und hilft weiter.
Kösel 2001
Jörg Schmitt-Kilian:

Vom Junkie zum Ironman. Die zwei Leben des Andreas Niedrig
Kreuz-Verlag 2000
Torsten Schmidt:

Ich habe es ohne Therapie geschafft!
Rasch und Rhring 1996

ElternratgeberWas ist, wenn mein Kind…?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem in Presse, Funk und Fernsehen nicht über Drogen, Sucht und Abhängigkeit berichtet wird. Viele haben sich an solche Meldungen gewöhnt.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer mehr Menschen, die sich über Drogenmissbrauch und die wachsende Zahl von Abhängigen Sorgen machen. Entweder weil ihre Familie oder Freunde betroffen sind. Oder weil sie einfach das Gefühl haben, dass eine Entwicklung im Gange ist, die anscheinend nur schwer zu stoppen ist.

Besonders Eltern kennen dieses Gefühl von Unsicherheit und Hilflosigkeit gegenüber Drogen. Während noch vor wenigen Jahren die meisten Eltern glaubten, ihr Kind sei bestimmt nicht gefährdet, sieht das heute anders aus. Da liest man Zeitungsberichte über immer jüngere Süchtige und immer mehr Drogenkriminalität. Oder man hört, dass ein Jugendlicher aus der Nachbarschaft alkoholabhängig geworden ist. Oder beim Einkauf in der Stadt begegnet man direkt der harten Realität der Drogenszene…
Experten befürchten, dass der Drogenkonsum in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird. Eine Entwicklung, die sich bereits seit 1999 abgezeichnet hat, wie die Statistik der Rauschgiftdelikte belegt. So ist die Zahl der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz von 2002 bis 2003 um etwa zwei Prozent angestiegen. Nicht nur illegale Drogen wie zum Beispiel Cannabis und synthetische Drogen sind auf dem Vormarsch. Auch Alkohol, dessen Gefährlichkeit nach wie vor unterschätzt wird, macht immer mehr Kinder und Jugendliche krank und süchtig.

Wie kann diese Entwicklung gestoppt werden? Und was können wir dagegen tun, dass immer mehr Kinder und Jugendliche süchtig werden?

Aktiv gegen Sucht – so früh wie möglich

Wissenschaftler im In- und Ausland sind in den letzten Jahren zu Ergebnissen gekommen, die hoffen lassen: ihre Forschungen zeigen, dass man tatsächlich viel dafür tun kann, damit Kinder und Jugendliche nicht süchtig werden.

Dabei sind zwei Grundgedanken maßgeblich:
Es hat keinen Sinn, nur die Herstellung und Verteilung von Drogen verhindern zu wollen. Das wird in absehbarer Zeit nicht gelingen. Und außerdem gibt es dann immer noch legale Rauschmittel – wie zum Beispiel Alkohol – im nächsten Laden zu kaufen. Statt dessen müssen die Anstrengungen verstärkt darauf gerichtet werden, die Entstehung und Entwicklung von Sucht zu stoppen.

Es geht also in erster Linie nicht um die Bekämpfung von Drogen, sondern um die Verhinderung von Sucht.
Die beste Methode Sucht zu verhindern, ist nicht Behandlung, sondern Vorsorge. Man weiß inzwischen, dass eine erfolgreiche Vorsorge gegen Sucht sehr viel früher beginnen kann und muss, als man bisher vermutet hat.

Wichtig ist also nicht nur die Behandlung (Therapie), sondern vor allem auch eine frühe Vorsorge (Prävention) gegen Sucht.
Ein Patentrezept gegen Sucht gibt es nicht. Deshalb wollen wir uns darauf beschränken, klar und deutlich zu beschreiben, wie Kinder und Jugendliche besser vor der Entstehung von Sucht geschützt werden können:

Zunächst erläutern wir die Grundlage einer frühen Vorsorge gegen Sucht. Danach stellen wir sieben Empfehlungen für Eltern und Erzieher auf. Und schließlich informieren wir über Warnsignale, die darauf hindeuten, dass ein Kind überdurchschnittlich gefährdet sein könnte. Und wir sagen, wo man Rat und Hilfe findet.

Wichtige Hintergrundinformationen

Vor etwa 30 Jahren begannen Wissenschaftler in den USA damit, so genannte „Langzeitstudien“ durchzuführen. Bei solchen Forschungsprojekten wird eine Gruppe von hundert oder mehr Kindern von Geburt an über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren hinweg regelmäßig in ihrer körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklung beobachtet. In der Zwischenzeit sind die Kinder von damals erwachsen geworden. Und die Forscher verfügen über eine Menge Beobachtungen und Daten, aus denen sich herauslesen lässt, wie Menschen aufwachsen, wie sie sich in bestimmten Lebensphasen verhalten und sich im späteren Leben entwickeln.
Ob ein Mensch später süchtig wird oder nicht, hängt danach bis zu einem gewissen Grad von den Umständen und der Entwicklung seiner Kindheit ab. Denn hier werden zum ersten Mal die Weichen gestellt, die über den weiteren Lebensweg entscheiden. Solche Weichenstellungen erfolgen vor allem in Phasen des Umbruchs: mit Eintritt in den Kindergarten, mit Beginn der Schule, dem Einsetzen der Pubertät.
Alle bisher durchgeführten Langzeitstudien weisen in dieselbe Richtung:

Bei Kindern, die seelisch gesund und zufrieden sind, ist das spätere Suchtrisiko geringer. Umgekehrt zeigen Kinder, lange bevor sie süchtig werden, deutliche Warnsignale.

Auf diesen Erkenntnissen baut eine frühe Vorsorge auf. Ein Problem dabei ist, dass man immer noch nicht genau weiß, wie Sucht entsteht und was ihre Ursachen sind. Dafür wissen wir aber, dass es eine Reihe von „Schutzfaktoren“ gibt, die Kinder und Jugendliche gegen Sucht stärken. Dieser Schutz ist zwar nicht hundertprozentig. Aber er senkt auf jeden Fall das Risiko.
Man kann heute mit Sicherheit sagen, dass seelisch ausgeglichene und selbstbewusste Kinder mit einem stabilen und belastbaren „Ich“ bessere Chancen haben, später nicht süchtig zu werden.

Erste Warnsignale bei Kindern

Lange bevor Kinder und Jugendliche süchtig werden, lassen sich bestimmte Warnsignale oder Hinweise erkennen.
Diese Warnsignale weisen in vielen Fällen auf seelische Probleme hin. Es ist nicht ganz einfach, diese Zeichen richtig zu deuten. Daher besteht auch wirklich kein Grund, beim ersten Anzeichen einer der hier geschilderten Verhaltensweisen in Panik zu geraten. Die meisten lassen sich irgendwann einmal bei jedem Kind beobachten. Gefahr besteht nur, wenn sie stark und andauernd auftreten.

Nicht selten sind es die Erzieherinnen in den Kindergärten und Kindertagesstätten, die zum ersten Mal ein auffälliges Verhalten an Kindern wahrnehmen. Falls sie eine seelische Störung vermuten, werden sie den Eltern vorschlagen, einen Kinderarzt, Kinderpsychologen oder Kinderpsychiater um Rat zu fragen.

Seelische Störungen können viele Ursachen haben. Die Anzeichen für seelische Probleme können vielerlei bedeuten. Daher sind auch Ärzte und Psychologen in ihren Aussagen eher vorsichtig und zurückhaltend. Falls sie zu einer Behandlung raten, sollte man das auch ernst nehmen.

Anzeichen, die bei kleineren Kindern bis etwa sechs Jahre auf seelische Probleme und ein damit verbundenes erhöhtes Suchtrisiko hinweisen können – aber nicht müssen! – sind:Wenn sie sich auffällig von anderen zurückziehen und absondern und vor allem oder vielem Angst haben. Wenn sie übermäßig zappelig, fahrig und überdreht wirken und sich nicht konzentrieren können. Wenn sie nicht mehr aus ihren Phantasie- und Traumwelten zurück in die Wirklichkeit kommen möchten. Wenn sie gegen andere Kinder ohne vorherigen Anlass gewalttätig werden, Dinge mit Absicht beschädigen, dauernd stören und lärmen, sich nirgends einfügen wollen und können.
Mit dem Eintritt in die Schule verändert sich oft auch das Verhalten der Kinder. Anzeichen für ein möglicherweise vorhandenes Suchtrisiko sind in dieser Altersgruppe z. B.:Wenn sie sich dauernd langweilen, für nichts interessieren, passiv herumhängen und es nicht gelingt, die Kinder für eigene Interessen zu gewinnen. Wenn sie sich nicht entschließen können, aktiv gegen diesen Zustand anzugehen oder ihre Versuche erfolglos bleiben. Wenn sie übertrieben unsicher, unselbständig, stressanfällig und entscheidungsschwach sind und keine Freunde haben. Nochmals: Solche Anzeichen können ein Hinweis auf ein erhöhtes späteres Suchtrisiko sein. Sie müssen es aber nicht! Inwieweit das zutrifft oder nicht, muss letztlich ein dafür ausgebildeter Arzt oder Psychologe entscheiden.

Was also tun? Auf keinen Fall in Panik geraten. Aber auch nichts unter den Teppich kehren. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihrem Kind stimmt etwas nicht, sollten Sie Rat suchen.

Wo Sie Rat und Hilfe finden

Lange Zeit hatten viele Eltern Hemmungen, über ihre Schwierigkeiten mit Kindern zu reden. Inzwischen ist das zum Glück anders: Die Eltern sprechen freier miteinander, wenn es um Erziehungsprobleme geht. Und sie nehmen auch immer öfter Rat und Hilfe von Beratungsstellen in Anspruch.

Sucht ist eine Krankheit, die in jeder Familie auftreten kann. Es kann jeden treffen und das unabhängig von Alter, Ausbildung, Beruf und gesellschaftlichem Ansehen. Es ist also keine Schande und hat auch nichts mit persönlichem Versagen zu tun, wenn man für sich und sein Kind Hilfe in Anspruch nimmt, weder bei der Suchtvorsorge noch bei der Suchttherapie.

Sieben Empfehlugen zur Vorbeugung gegen Sucht – si

Wir haben Ihnen hier sieben Empfehlungen formuliert, die dazu beitragen sollen, Kinder von Anfang an besser gegen Sucht zu schützen. Die Frage ist, wie geht man damit um?
So verschieden, wie Kinder und ihre Eltern sind, so unterschiedlich ist auch der persönliche Erziehungsstil. Den können und wollen wir natürlich niemandem vorschreiben. Denn eine vernünftige, natürliche Erziehung versucht auf die Persönlichkeit des Kindes einzugehen. Und die ist letzten Endes immer einzigartig.
„Erfolgreich“ ist eine Erziehung immer dann, wenn sie es schafft, sich auf die besondere Persönlichkeit des Kindes einzulassen und die Entfaltung dieser Persönlichkeit mit Herz und Verstand zu begleiten. Das Ziel von Erziehung ist ein Erwachsener, der lebenstüchtig, selbständig und seelisch ausgeglichen ist.

Quelle: Broschüre im Auftrag der Deutschen Behindertenhilfe Aktion Sorgenkind e. V.
1. Kinder brauchen seelische Sicherheit
2. Kinder brauchen Anerkennung und Bestätigung
3. Kinder brauchen Freiraum und Beständigkeit
4. Kinder brauchen realistische Vorbilder
5. Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung
6. Kinder brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umwelt
7. Kinder brauchen Träume und Lebensziele

Wissenschaftliche Untersuchungen

Aktuelles „Cannabis als Einstiegsdroge“

Wissenschaftler von der Universität Amsterdam konnten durch eine Studie bestätigen, dass Jugendliche, die Cannabis rauchen, ein sechsfach höheres Risiko haben, später härtere Drogen zu konsumieren, als Jugendliche, die kein Cannabis nehmen.

Zu diesem Ergebnis kamen die niederländischen Forscher durch eine Zwillingsstudie. Jacqueline Vink, die Psychologin, die an der Studie mitgearbeitet hat, erklärt, es sei eine große Chance gewesen, Zwillinge, die in derselben Umgebung aufgewachsen sind, zu vergleichen. Denn so habe man genetische und familäre Faktoren als Erklärung ausschließen können.

Von 219 gleichgeschlechtlichen Zwillingspaaren, von denen einer vor seinem 18. Lebensjahr Cannabis geraucht hat und der andere nicht, nahmen mehr als sechs Prozent derjenigen, mit Cannabiserfahrung, später regelmäßig Ecstasy und fünf Prozent harte Drogen.

Die Zwillingsgeschwister ohne Cannabiserfahrung nahmen auch später in ihrem Leben gar keine Drogen.

Dieses Studienergebnis bestätigt die besonders in den Niederlanden umstrittene Theorie, dass Cannabis eine typische Einstiegsdroge sei.

Quelle: Ärzte Zeitung vom 01.02.2006

Heroinabhängiges elfjähriges Mädchen

Der Fall eines elf Jahre alten Mädchens in Glasgow, das über mehrere Wochen Heroin konsumiert hatte, schockierte die Öffentlichkeit. Drogensucht unter Jugendlichen sei auch in Grobritannien ein alltägliches Problem, berichtet die SZ.

Das Mädchen war mit schweren Entzugserscheinungen in eine Kinderklinik eingeliefert worden. Der Polizei sagte sie, dass sie seit zwei Monaten Heroin geraucht habe. Das Heroin hatte sie für umgerechnet etwa 15 Euro pro Päckchen von Dealern neben einem Supermarkt gekauft. Stewart Stevenson, justizpolitischer Sprecher der Scottish National Party, sagt, das elfjährige heroinabhängige Mädchen sei kein Einzelfall. „Im Großraum Glasgow hat man mehrere Dutzend heroinsüchtige Kinder im Grundschulalter identifiziert“, so Stevenson, der sich auf die Erfahrungen von Sozialorganisationen beruft. Die Zehn- und Elfjährigen rauchten das Heroin, statt es sich zu spritzen. Wissenschaftler der Universität Glasgow hatten 2005 festgestellt, dass in Schottland schon zehn Jahre alte Kinder harte Drogen wie Heroin und Kokain ausprobierten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 31.01.2006

„So viel du (trinken) kannst“ Flatrates in Bars

In einigen Bars, Kneipen und Discos in Hannover locken Wirte ihre Gäste mit Slogans wie „Für alle, die den Hals nicht voll kriegen können, gibt’s jetzt jeden Donnerstag die Flatrate“ oder „So viel du (trinken) kannst“. Gegen einen Eintrittspreis von vier bis acht Euro dürfen Jugendliche so viel trinken wie sie wollen oder können, berichtet die DHS, die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren.

Rolf Hüllinghorst, Geschäftsführer der DHS, findet das von den Wirten verantwortungslos. Einer der betroffenen Wirte räumt dagegen ein, die Gäste könnten auch genauso gut „Sprudel“ und andere alkoholfreie Getränke trinken.
Aber auch Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann appelliert an das Verantwortungsgefühl der Betreiber und das der jungen Leute. Und auch die Polizei ist besorgt: Immer mehr jüngere Menschen trinken immer mehr Alkohol. Und es komme auch häufiger zu Randalen vor Discos.

Deutschland sei beim Alkoholkonsum „unter den Spitzenreitern in der Welt und rangiert auch in der Europäischen Union weit vorne“, so Hüllinghorst. Er fordert stärkere Kontrollen für Betriebe mit Dumpingangeboten für Alkohol und die Einhaltung der Jugendschutz-Bestimmungen.

Quelle: dpa/Ärzte Zeitung vom 19.01.2006

Passivrauchen als Todesursache

Eine aktuelle Studie des deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ermittelte erstmalig die Zahl der Passivrauchopfer in Deutschland. Ergebnis der Heidelberger Studie: in Deutschland sterben jährlich über 3.300 Menschen durch passives Mitrauchen.
Dabei beinhaltet die Zahl von 3.300 durch Passivrauchen verursachten Todesfällen auch 60 Säuglinge, weil die Mutter während der Schwangerschaft rauchte. Das DKFZ schätzt, dass hierzulande jährlich mehr als 170.000 Kinder schon im Mutterleib dem Tabakqualm mit seinen giftigen Schadstoffen wie Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxid und einer Vielzahl an Krebs erregenden Substanzen ausgesetzt sind.
Millionen von Menschen atmen als Nichtraucher (Passivraucher) am Arbeitsplatz, zu Hause oder in der Freizeit die Schadstoffe des Tabakrauchs ein. Das verursache laut DKFZ Reizungen der Atemwege, Kurzatmigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Schwindel. Aber vor allem Herzkrankheiten, Schlaganfall und Lungenerkrankungen bis hin zu Krebs führen die Wissenschaftler auf passives Mitrauchen zurück.
Deshalb fordert die Herausgeberin der Studie, Martina Pötschke-Langer vom DKFZ, ein Bundesgesetz zum Schutz von Nichtrauchern in öffentlichen Räumen und in der Gastronomie sowie eine Informationskampagne zu den Gefahren des Passivrauchens. Für die im Passivrauch enthaltenen Krebs erregenden Substanzen können keine Dosis-Schwellenwerte festgestellt werden, unterhalb derer keine Gesundheitsgefährdung zu erwarten wäre, warnte Pötschke-Langer. Demnach können auch kleinste Belastungen zur Entwicklung von Tumoren beitragen.

Quellen: dpa vom 7.12.2005 und Zeit online:
http//zeus.zeit.de/text/online/2005/49/studie_passivrauchen

Alkohol in Maßen ist wohl doch nicht so gesund wie

„Für Alkohol gibt es keinen harmlosen Bereich“, sagt Rod Jackson von der Universität Auckland in Neuseeland. In keiner Dosis sei der Nutzen des Alkohols größer als der Schaden.
Alkohol habe – anders als bisher vermutet und nach neuesten Erkenntnissen der neuseeländischen Forscher – keine schützende Wirkung auf Herz und Gefäße, auch nicht in kleinen Mengen. Damit widerlegten sie die seit 1979 kursierende Hypothese von den „herzschmeichelnden“ und „lebensverlängernden“ Eigenschaften des Alkohols, die Wissenschaftler in vielen Studien heraus gefunden haben wollten und in hunderten von Artikeln beschrieben. So seien die Forscher in den meisten dieser Studien, die „auffällig oft in der Region um Bordeaux, im Chianti oder unweit des Napa-Valley forschten“, offenbar von einer positiven Wirkung des Alkohols ausgegangen und haben wissenschaftliche Standards vernachlässigt, sagt Jackson.
Die neuseeländischen Wissenschaftler sprechen an, dass sich Alkohol „sehr wohl günstig auf die Gefäße auswirken könne“ – allerdings nur in extrem hohen Dosen. So würden Autopsien von Alkoholikern oft erstaunlich unbescholtene Adern zeigen, dafür seien die Schäden an anderen Körperstellen aufgrund der hohen Akoholmengen überwältigend.
Auch Mediziner aus Atlanta hatten kürzlich schon auf Fehler in Alkoholstudien hingewiesen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 2.12.2005

EU-Drogenaktionsplan 2005-2008

Der Drogenkonsum in der Europäischen Union nimmt zu – besonders bei Jugendlichen hat er „einen historischen Höchststand erreicht“. In der EU gibt es demnach etwa zwei Millionen „problematische“ Drogenkonsumenten.
Pro Jahr werden in der EU und Norwegen etwa 8.000 Drogentote registriert – dabei handelt es sich in erster Linie um junge Menschen. Nach wie vor ist Cannabis die am häufigsten verwendete illegale Droge in Europa. Besorgnis erregend ist weiterhin der Konsum synthetischer Drogen von Jugendlichen in Diskotheken und auf Partys.
Das Drogenproblem „stellt eine schwerwiegende Bedrohung für die Sicherheit und Gesundheit der europäischen Gesellschaft dar; seine Bekämpfung zählt zu den wichtigsten Anliegen der Bürger Europas“, lauten die einleitenden Worte des EU-Drogenaktionsplans 2005-2008 der vom Europäischen Rat angenommen wurde.
Der EU-Drogenaktionsplan 2005-2008 soll den Konsum deutlich verringern. Mehr als 100 einzelne Maßnahmen haben das Ziel, die Nachfrage und auch das Angebot an Drogen zu reduzieren. Weil das Drogenproblem ein globales Problem ist, setzt die EU eine Reihe politischer Instrumente – wie zum Beispiel den mit verschiedenen Regionen der Welt geführten Dialog – ein. Aber vor allem die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind gefordert: Sie sollen umfassende Präventionsprogramme in ihre schulischen Lehrpläne aufnehmen und Lehrkräfte in der Früherkennung von Drogenmissbrauch schulen.

Quelle: www.dsb.de und http://europa.eu.int/
„EU-Drogenaktionsplan 2005-2008“, Grundsatzpapier vom 08.07.2005 und „Jahresbericht 2005: Der Stand der Drogenproblematik in Europa“, Grundsatzpapier vom 24.11.2005, http://europa.eu.int/

Computerspiel-Sucht und Drogen-Sucht: Sucht ist Su

Exzessives Computerspielen aktiviert vermutlich die gleichen Strukturen im Gehirn wie Alkohol, Cannabis und härtere Drogen, sagt Sabine Grüsser von der Interdiziplinären Suchtforschungsgruppe an der Berliner Charitee.
Dafür sprechen ihre Befunde aus hirnphysiologischen Ableitungen (EEG) und Messungen der Aktivität des Augenmuskels (EMG): Hirnaktivität und Verhaltensreaktionen PC-Süchtiger gleichen den Befunden bei stofflicher Drogenabhängigkeit.
Sabine Grüsser hatte in ihrer Studie 15 Computerfreaks, die nach international gültigen Kriterien – wie zum Beispiel Entzugserscheinungen – als süchtig eingestuft worden waren, mit 15 anderen PC-Nutzern verglichen. Die Arbeitsgruppe um Grüsser untersucht, wie es durch Lernprozesse zu einer Sucht kommen kann und fand bisher heraus, dass Computerspiele durch Erfolgsmeldungen wie „nächster Level erreicht“ wirken und damit zum Weiterspielen verführen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 23.11.2005

Ecstasy scheint bleibende Gedächtnisstörungen zu v

Etwa 60 Prozent der ehemaligen Ecstasy-Konsumenten haben kognitive Störungen, fanden Forscher der Universittsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) heraus. Ihre Studie deutet darauf hin, dass dauerhafter Konsum von Ecstasy zu anhaltenden Gedächtnisschäden führen kann. So sei das neurotoxische Potential von Ecstasy wesentlich höher als das von Kokain, Cannabis und Amphetaminen, sagt der Leiter der Studie, Prof. Rainer Thomasius von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE.
Für die Studie hatten die Forscher 120 Teilnehmer in vier Untersuchungsgruppen eingeteilt: Eine Gruppe mit aktuellen Ecstasykonsumenten, eine mit ehemaligen Ecstasykonsumenten, eine mit Cannabis-, Amphetamine- oder Kokain-Konsumenten und eine mit Personen, die keine Drogen konsumieren.
Etwa 50 Prozent der ehemaligen und die Hälfte der aktuellen Ecstasykonsumenten hatten kognitive Störungen – auch noch nach fünf Monaten nach Beendigung des Ecstasykonsums.
Sie fielen durch „eine verminderte Merkfähigkeit, Lernstörungen, Probleme bei der Wortfindung und Verlust von Zeitgefühl auf“, beobachtete Thomasius. Auch neu Erlerntes konnten sie in Tests nicht mehr so gut im Langzeitgedächtnis speichern. „Da aktuelle und ehemalige Ecstasykonsumenten nahezu gleichermaßen betroffen waren, müsse davon ausgegangen werden, dass sich diese Gedächtnisstörungen nicht mehr zurückbilden“.
Außerdem hatten sie deutlich häufiger Depressionen und Angstzustände als Konsumenten anderer Drogen. Zudem stellten die Forscher bei 73 Prozent der aktuellen Ecstasykonsumenten eine schwere Abhängigkeit von der Substanz fest. Laut Thomasius werde jeder fünfte, der Ecstasy nimmt, abhängig.
Zu einem Erstkontakt mit dieser Droge komme es oft schon im Alter von elf bis zwölf Jahren. Daher müsse verstärkt vor der Partydroge Ecstasy gewarnt werden.

Quellen: www.aerztezeitung.de/ vom 2.9.2005

Rauschmittelkosumerfahrungen der Hamburger Jugendl

Welche Drogen werden in welchem Ausmaß von welchen Personen aus welchen Gründen und mit welchen Folgen konsumiert?

Diese Fragen will Theo Baumgärtner im Rahmen des Hamburger SCHULBUS-Projekts klären. Dazu wurden Schüler und Schülerinnen und Pädagogen schriftlich befragt. Um den SCHULBUS als Prognoseinstrument zukünftiger Rauschmittelkonsumtrends nutzen zu können, sollen die Befragungen im jährlichen Turnus durchgeführt werden. Dabei geht es vor allem um die Images, die Jugendliche verschiedenen Rauschmitteln zuschreiben, aber auch um ihre Konsum- oder Verzichtsmotive.

Im Zeitraum vom 9. März bis zum 7. Mai 2004 wurden insgesamt 3.780 Schüler/innen der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hamburg im Alter von 14- bis 18 Jahren befragt. Damit wurden erstmals aktuelle Daten zum Umgang von Hamburger Jugendlichen mit Suchtmitteln vorgelegt. Ab 2005 folgen dann Pädagogen.Alkohol findet unabhängig vom Geschlecht und Alter den größten Zuspruch. So haben mehr als 60 Prozent der 15-Jährigen bereits Erfahrungen mit Alkopops gemacht. Ungefähr 70 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter von 14- bis 18 Jahren haben schon einmal geraucht und etwa jeder 6. Hamburger Jugendliche kann als aktueller Cannabiskonsument eingestuft werden, berichtet Baumgärtner.

Besonders bei Cannabis überwiege – wie bei fast allen anderen Drogen auch – das Konsummuster des Experimentierens.
Im nächsten Schritt hat Baumgärtner die Hamburger Ergebnisse mit Daten aus Frankfurt und Berlin verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass sich die Hamburger Befunde nur geringfügig von den anderen Erhebungen ihrer Altersgenossen unterscheiden.
In der Erhebungsphase von 2004 konnten besonders bei illegalen Drogen Konsummotive wie ‚Neugier‘, ‚Neues und Aufregendes erleben‘ ausgemacht werden, bzw. wurden am häufigsten als Gründe für den Gebrauch von Drogen angegeben. Für jeden 5. Schüler übt vor allem ‚das Verbotene‘ den größten Anreiz zum Konsum aus.

Etwa ein Drittel der befragten Schüler gab wiederum das ‚Zugehörigkeitsgefühl‘ und die ‚Geselligkeit‘ beim gemeinsamen Konsum in der Gruppe von Gleichgesinnten als Motiv an. Auch Beweggründe wie ‚Glücksgefühle‘, ‚Alltag vergessen‘, ‚Schüchternheit/Coolness‘, ‚Lebensqualität‘ und das ‚körperliche Feeling‘ spielen eine Rolle beim Konsum von Rauschmitteln.

Quelle: www.suchthh.de/projekte/schulbus.htm vom 25.08.2005

Rauchen beschleunigt den biologischen Alterungspro

Die durch das Rauchen verursachten genetischen Veränderungen sollen den biologischen Alterungsprozess beschleunigen. Britische Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Enden der Chromosomen, die so genannten Telomere, jedes Mal wenn sich eine Zelle teilt, verkürzen. Sie stellten fest, dass Rauchen den Prozess dieser Verkürzung beschleunigt und somit zu einer vorzeitigen Alterung beiträgt.

Zu diesem Ergebnis kamen sie, indem sie mehr als 1.000 Frauen im Alter von 18 bis 76 Jahren zu ihrem Zigarettenkonsum befragten und dann die Länge ihrer Telomere in den weißen Blutzellen bestimmten: Eine Schachtel Zigaretten pro Tag erhöht die gewöhnliche Verkürzung der Telomere um weitere fünf Basenpaare. Daher sollen Raucherinnen biologisch etwa fünf Jahre älter sein als Nichtraucherinnen – starke Raucherinnen sogar über sieben Jahre.

Quelle: www.wissenschaft.de oder www.scienceticker.de vom 24.08.2005

Alkoholsucht und Lebensalter

Eine „fatale Begeisterung“ für Alkohol entstehe vor allem in der Jugend, vermuten Forscher der Binghamton Universität New York. Das Lebensalter sei ausschlaggebend dafür, ob sich eine Alkoholsucht entwickle.

Zu dieser Aussage kam das Forscherteam indem sie das Verhältnis von jungen und erwachsenen Ratten zu Alkohol untersuchten und es dann auf den Menschen übertrugen. Sie stellten fest, dass gerade junge Ratten Hochprozentiges bevorzugten, sich als besonders trinkfest erwiesen und schnell süchtig wurden.

Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Kinder unbedingt vom Alkohol ferngehalten werden sollten, betonen die Forscher.

Quelle: http://focus.msn.de, Focus Online vom 17.08.2005

Alkoholkonsum von Jugendlichen 2005 – Alkopops-Stu

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat im Frühjahr 2005 eine Repräsentativbefragung zur Entwicklung des Alkoholkonsums 12- bis 25-Jähriger, durchgeführt. Dabei ging es vor allem um den Alkopopkonsum und die Überprüfung des „Alkopopgesetzes“ vom 2. August 2004, in dem eine Sondersteuer auf spirituosenhaltige Alkopops und eine Kennzeichnungspflicht festgelegt wurden.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Jugendliche weniger Alkopops und auch insgesamt weniger Alkohol konsumieren:

Im Jahr 2004 tranken noch 28 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen mindestens einmal im Monat Alkopops – 2005 waren es nur noch 16 Prozent. In der Gruppe der 12- bis 15-Jährigen nur noch die Hälfte.
Insgesamt zeichne sich ein Rückgang der Alkoholmenge bei Jugendlichen ab, so die BzgA. Demnach haben die 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2004 noch etwa 44 Gramm alkoholische Getränke pro Woche konsumiert – ein Jahr später nahmen sie etwa 36 Gramm zu sich.

Als wesentliche Gründe für diese Entwicklung nennt die BzgA die Alkopopsteuer und das bessere Wissen über die gesundheitlichen Gefahren.

Quelle: www.bzga.de vom 26.07.2005

Disco, Drogen und weniger Verkehrsunfälle – Oberha

Die Polizei Oberhausen konnte mit einem bundesweit einmaligen Modellprojekt die Zahl der Verkehrsunfälle junger Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss in nur einem Jahr um mehr als 20 Prozent senken. So sei seit 1998 der niedrigste Stand erzielt worden.

Wie die Polizei Oberhausen das geschafft hat, verrät der wissenschaftliche Begleiter des Modellprojekts, Thomas Schweer von der Universität Duisburg-Essen:

Für ihre üblichen Verkehrskontrollen hat sich die Polizei Unterstützung durch Studenten geholt, um die jungen Fahrer über die Gefahren von Drogen beim Autofahren aufzuklären. Dazu waren an 19 Wochenenden Teams aus Polizisten und Studenten in der Nähe von Discotheken unterwegs. „Mehr als jeder Zweite konnte für die Gefahren von Alkohol und Drogen im Verkehr sensibilisiert werden“, so Schweer.

Quellen: www.aerztezeitung.de/ vom 20.07.2005 und dpa

ALF – Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeite

Das Präventionsprogramm ALF für Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen wurde am IFT Institut für Therapieforschung in München nach den Richtlinien der modernen Suchtforschung entwickelt. Das Programm will schützende Lebensfertigkeiten wie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Stressbewältigung, Selbstständigkeit, Selbstwert, Genuss- und Erlebnisfähigkeit trainieren, um so die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen zu stärken sowie altersangemessen über Suchtstoffe informieren und diskutieren.

Um ALF auf seine Akzeptanz, Praxistauglichkeit und suchtpräventiven Wirkungen zu testen, wurde von 1994 bis 1998 am IFT eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie zur Suchtprävention an Hauptschulen und Gymnasien in Bayern durchgeführt:

Die Experimentalklassen der Hauptschulen nahmen drei Schuljahre lang am ALF-Unterricht teil, während die Kontrollklassen der Gymnasien keinen suchtpräventiven Unterricht hatten. Schüler, Lehrer und Eltern wurden anschließend mit Hilfe von Fragebogen und Telefoninterviews befragt. Zur Überprüfung des Nikotinkonsums wurden die Angaben mit einem Atemluftanalysator getestet. Bei der ersten Messung zu Beginn der Studie ergaben sich für die beiden Versuchsgruppen im Hauptschul- und Gymnasialprojekt vergleichbare Variablen:

So hatte etwa ein Drittel der Schüler bereits zu Beginn der 5. Klasse Raucherfahrung, über zwei Drittel haben schon Alkohol und weniger als ein Prozent der Fünftklässler hatten Cannabis oder Ecstasy konsumiert.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass das ALF-Programm den Substanzmissbrauch an den Hauptschulen (Experimentalgruppen) in der 5. und 6. Klasse nachweisbar reduziert hat. So blieb der Anteil der Raucher in den ALF-Hauptschulklassen eher gering, während er sich in den Kontrollgruppen der Gymnasien mehr als verdoppelt hatte. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Alkoholkonsum. Langfristig, am Ende der 7. Klasse, bewirkte ALF eine Einstiegsverzögerung des Substanzmissbrauchs. Was allein schon ein wichtiges Ziel der Suchtprävention darstellt.

Aufgrund dieser Befunde empfiehlt das IFT, so früh wie möglich, ab der Grundschule mit einem substanzunspezifischen LKP zu beginnen. Nikotin- und alkoholspezifische Inhalte sind in der 5. bis 7. Klasse angemessen.

Quelle: www.vtausbildung.de/alf/evaluation.htm vom 12.07.2005

Internet als Drogenportal – „elf/18 – die Jugendst

Eine aktuelle Studie des Instituts für Jugendkulturforschung macht auf neue Gefahren im Internet aufmerksam: Abgesehen davon, dass etwa 60 Prozent der 11- bis 18-Jährigen schon pornographische Internetseiten konsumiert haben, 50 Prozent auf Glücksspielseiten waren, hatten über 20 Prozent bereits Kontakt mit Seiten, auf denen illegale Drogen angeboten werden.

Im Rahmen seiner Repräsentativerhebung „elf/18 – die Jugendstudie“ hatte das Institut 800 Jugendliche dieser Altersgruppen interviewt. Noch bestürzendere Befunde ergaben sich jedoch in der Gruppe der 11- bis 14-jährigen Internet-Nutzer, von denen etwa 18 Prozent schon einmal einen virtuellen Drogenumschlagplatz besucht haben. Selbstmordforen steuerten ungefähr elf Prozent in beiden Altersgruppen an.

Aber auch in der wirklichen Welt der Jugendlichen gehe es hart zur Sache: So geben über 50 Prozent der 11- bis 14-jährigen Jungs und 30 Prozent der Mädchen an, dass es in ihrer Schule ganz normal sei, Konflikte mit Gewalt zu lösen.
Dr. Beate Großegger, Studienleiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien stellt fest: „Die Eltern kümmern sich zu wenig um die Surfgewohnheiten ihrer Kinder.“ Besonders bei den 11- bis 14-jährigen Kids wäre es wichtig, sie auf ihren Wegen durch das Internet zu begleiten und vor verstörenden oder gefährdenden Inhalten zu bewahren.

„Viele Eltern wissen gar nicht, was in der virtuellen Welt abgeht, in der sich ihre Kinder tagtäglich bewegen.“ Auch nicht, dass Jugendliche oftmals über so genannte Spam-Mails auf Sex- und Drogenseiten gelenkt werden, so Großegger.

Quelle: www.familienhandbuch.de vom 11.07.2005

Raucher gelten unter Jugendlichen als „Rebellen“

Durch eine Befragung von 985 Mädchen und Jungen im Alter von elf und 18 Jahren von zwei Hauptschulen und einem Gymnasium im Ruhrgebiet fand die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) heraus, dass „öffentliche Verbote und negative Bewertungen des Rauchens im Schulunterricht“ dazu beitragen, „dass ‚Raucher‘ und ‚Nichtraucher‘ zu Symbolen der Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen werden“. Laut Prof. Gerd Lehmkuhl von der DGKJP verkörpern die Raucher dabei die „Nicht-Angepassten“, die „Oppositionellen“. Die Nichtraucher werden dagegen als die „Angepassten“ angesehen.

Der Gruppenzwang und der Wunsch, zu den „Rebellen“ zu gehören, sei für viele Jugendliche wichtiger, als die durch das Rauchen verursachten gesundheitlichen Risiken und Leistungseinschränkungen.

Quellen: www.aerztezeitung.de und DGKJP-Presse-Service vom 05.07.2005

Cannabis schädlicher als bisher vermutet

Eine Schweizer Studie über die Verabreichung von Cannabis-Medikamenten kam im April 2005 zu folgendem Befund:
Bisher hatte man angenommen, dass die Einnahme einer geringen Dosis Cannabis bei manchen Erkrankungen gesundheitliche Vorteile bringe, doch ein Forscherteam des Institut Universitaire de Medicine Legale www.hug-ge.ch fand heraus, dass Cannabis schädlicher ist, als bislang vermutet.

Die Untersuchung wurde unter strengen klinischen Bedingungen durchgeführt. Den Probanden wurde oral eine geringe Dosis des aktiven Bestandteils von Cannabis delta-9-THC verabreicht. Bei einem Teil der Probanden löste bereits diese geringe Dosis schwerwiegende Angststörungen und in weiterer Folge Realitätsverlust, Entpersonalisierung, Schwindel und paranoide Vorstelllungen aus.

Überraschend waren diese Befunde vor allem, weil dieser Halluzinationsprozess schon bei einer sehr kleinen Menge THC einsetzte. Unter Einbeziehung anderer Studien, die ebenfalls bestätigen, dass Cannabis das Risiko für mentale Krankheiten erhöht, sollte bei der Therapierung mit Cannabis-Medikamenten eine größere Vorsicht sowie eine weitere Erforschung der THC-Wirkung geboten sein.

Quelle: www.biomedcentral.com/bmcpsychiatry vom 14.04.2005

Alkohol in kleinen Mengen gefährdet junge Herzen

Allein geringe Mengen von Alkohol können bei jungen Menschen das Risiko einer späteren Herzerkrankung erhöhen, fand eine Studie der University of California heraus. Dieser Befund widerlegt die allgemeine Ansicht, dass ein moderater Alkoholkonsum eine schützende Wirkung gegen eine Herzerkrankung habe.

Quelle: www.uscf.edu vom 14.04.2005

Medieneinfluss und Gewaltbereitschaft

Die britischen Forscher Kevin Browne und Catherine Hamilton-Giachritsis von der Universität Birmingham sehen die Ursachen für die wachsende Gewaltbereitschaft von größeren Kindern und jungen Erwachsenen eher im familiären und sozialen Umfeld als in den Bildern oder dem Einfluss von Fernsehen und Computerspielen. Als konkrete Ursachen nennen sie Armut, Bildungsmangel sowie fehlende Ansprache, Fürsorge und Zuneigung. Demnach werde der Einfluss der Medien auf die Aggressivität von älteren Kindern und Jugendlichen vielfach überschätzt.

Ihrer Untersuchung zufolge soll der Medienkonsum lediglich bei sehr kleinen Kindern für aggressives Verhalten verantwortlich sein.
Quelle: www.wuv.de vom 24.03.2005